Der Krieg im Iran sorgt für massive Unsicherheit – und trifft die österreichische Wirtschaft genau in einer heiklen Phase. Nach zwei Jahren Rezession hatte sich die Konjunktur 2025 gerade erst leicht erholt. Jetzt droht der nächste Dämpfer.
Laut aktueller WIFO-Prognose, die am Freitag präsentiert wurde, sind vor allem die stark gestiegenen Energiepreise das Problem. Vor allem Finanzminister Markus Marterbauer blickt gespannt auf die Zahlen, gelten sie doch als Basis für die Erstellung des Doppelbudgets für 2027/28.
Rohöl und Erdgas haben sich deutlich verteuert, gleichzeitig sorgt der unklare Kriegsverlauf für Zurückhaltung bei Investitionen. "Die Preisentwicklung ist derzeit kaum abschätzbar", erklärt WIFO-Ökonom Marcus Scheiblecker.
Die Folgen sind deutlich: Selbst im Hauptszenario wächst die Wirtschaft nur langsam. Für 2026 wird ein Plus von 0,9 Prozent erwartet, 2027 könnten es 1,5 Prozent werden. Deutlich schlechter sieht es im Krisenfall aus: Dann würde die Wirtschaft 2026 kaum noch wachsen (+0,2 Prozent).
Die Inflation dürfte grundsätzlich zurückgehen, doch teure Energiepreise bremsen den Trend. Im Hauptszenario sinkt die Rate 2026 auf 2,7 Prozent und 2027 weiter auf 2,3 Prozent. Im pessimistischen Szenario steigt sie dagegen auf 4,1 Prozent und schwächt sich erst 2027 auf 3,5 Prozent ab. Im optimistischen Szenario beträgt die Teuerung 2026 2,5 Prozent und 2027 2,2 Prozent.
Auch am Arbeitsmarkt ist keine schnelle Entspannung in Sicht. Die Arbeitslosenquote sinkt im optimistischen Szenario von 7,4% im Vorjahr auf 7,3 Prozent, stagniert im Hauptszenario und steigt im pessimistischen Szenario geringfügig auf 7,5 Prozent (2027: 7,0 Prozent bis 7,6 Prozent).
Besonders deutlich zeigt sich die Unsicherheit bei Investitionen: Firmen zögern, neue Projekte zu starten. Im Hauptszenario steigen die Bruttoanlageinvestitionen 2026 nur um 1,0 Prozent (2025 +1,4 Prozent). Erst 2027 wird diese Nachfragekomponente wieder rascher zulegen (+2,1 Prozent; optimistisches Szenario: 2026 +1,4 Prozent, 2027 +2,2 Prozent). Im pessimistischen Szenario schrumpfen die Bruttoanlageinvestitionen im laufenden Jahr um 1 Prozent und wachsen erst 2027 wieder (+0,8 Prozent).