Die harten Zahlen

Budget-Prognose – das kommt jetzt auf Österreich zu

Der Iran-Krieg wirbelt die Märkte durcheinander: Teureres Gas und Öl bremsen die Erholung der Wirtschaft. Neue Zahlen zeigen, wie stark der Druck ist.
Nicolas Kubrak
10.04.2026, 10:00
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Der Krieg im Iran sorgt für massive Unsicherheit – und trifft die österreichische Wirtschaft genau in einer heiklen Phase. Nach zwei Jahren Rezession hatte sich die Konjunktur 2025 gerade erst leicht erholt. Jetzt droht der nächste Dämpfer.

"Entwicklung kaum abschätzbar"

Laut aktueller WIFO-Prognose, die am Freitag präsentiert wurde, sind vor allem die stark gestiegenen Energiepreise das Problem. Vor allem Finanzminister Markus Marterbauer blickt gespannt auf die Zahlen, gelten sie doch als Basis für die Erstellung des Doppelbudgets für 2027/28.

Rohöl und Erdgas haben sich deutlich verteuert, gleichzeitig sorgt der unklare Kriegsverlauf für Zurückhaltung bei Investitionen. "Die Preisentwicklung ist derzeit kaum abschätzbar", erklärt WIFO-Ökonom Marcus Scheiblecker.

Das WIFO rechnet gleich mit drei möglichen Entwicklungen

  • Optimistisches Szenario: Der Krieg dauert wenige Wochen, die Infrastruktur wird nicht nachhaltig beschädigt. Der Rohölpreis liegt bis Juni bei durchschnittlich 80 $ je Barrel und sinkt im III. Quartal 2026 auf 75 Dollar. Der für die europäische Stromerzeugung relevante Erdgaspreis liegt bis Juni 2026 bei durchschnittlich 45 Euro je MWh und verringert sich nach Kriegsende stetig.
  • Hauptszenario: kurzfristiger Konflikt, allerdings verteuern sich fossile Brennstoffe kräftiger als im optimistischen Szenario. Nach Kriegsende bilden sich die Preise kontinuierlich.
  • Pessimistisches Szenario: Langer Krieg, zerstörte Infrastruktur, extreme Preise (Rohölpreis steigt auf 120 Dollar je Barrel, verharrt bis September 2026 auf diesem hohen Niveau und unterschreitet erst Anfang 2027 wieder die Marke von 90 $. Der Erdgaspreis liegt bis Februar 2027 bei 70 Euro je MWh)

Teure Energie bremst Aufwärtstrends

Die Folgen sind deutlich: Selbst im Hauptszenario wächst die Wirtschaft nur langsam. Für 2026 wird ein Plus von 0,9 Prozent erwartet, 2027 könnten es 1,5 Prozent werden. Deutlich schlechter sieht es im Krisenfall aus: Dann würde die Wirtschaft 2026 kaum noch wachsen (+0,2 Prozent).

Die Inflation dürfte grundsätzlich zurückgehen, doch teure Energiepreise bremsen den Trend. Im Hauptszenario sinkt die Rate 2026 auf 2,7 Prozent und 2027 weiter auf 2,3 Prozent. Im pessimistischen Szenario steigt sie dagegen auf 4,1 Prozent und schwächt sich erst 2027 auf 3,5 Prozent ab. Im optimistischen Szenario beträgt die Teuerung 2026 2,5 Prozent und 2027 2,2 Prozent.

Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Auch am Arbeitsmarkt ist keine schnelle Entspannung in Sicht. Die Arbeitslosenquote sinkt im optimistischen Szenario von 7,4% im Vorjahr auf 7,3 Prozent, stagniert im Hauptszenario und steigt im pessimistischen Szenario geringfügig auf 7,5 Prozent (2027: 7,0 Prozent bis 7,6 Prozent).

Besonders deutlich zeigt sich die Unsicherheit bei Investitionen: Firmen zögern, neue Projekte zu starten. Im Hauptszenario steigen die Bruttoanlageinvestitionen 2026 nur um 1,0 Prozent (2025 +1,4 Prozent). Erst 2027 wird diese Nachfragekomponente wieder rascher zulegen (+2,1 Prozent; optimistisches Szenario: 2026 +1,4 Prozent, 2027 +2,2 Prozent). Im pessimistischen Szenario schrumpfen die Bruttoanlageinvestitionen im laufenden Jahr um 1 Prozent und wachsen erst 2027 wieder (+0,8 Prozent).

{title && {title} } nico, {title && {title} } Akt. 10.04.2026, 10:03, 10.04.2026, 10:00
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