Die Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu: Die Kämpfe halten an, eine Einigung ist derzeit nicht in Sicht. Auch auf den Energiemärkten bleibt eine Entspannung aus – mit spürbaren Folgen etwa für die Preise an heimischen Tankstellen.
Hauptursache ist die Blockade der Straße von Hormus, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Erdölexports abgewickelt wird. Wie "Heute" berichtete, plant der Iran dort nun ein neues Regime – unter anderem die Einführung eines Mautsystems.
Iran-Experte und Islamforscher Walter Posch ordnete im Interview "Message. Macht. Medien." mit Polit-Insider Gerald Fleischmann (zu sehen auf krone.tv und überall, wo es Podcasts gibt) die Lage im Nahen Osten ein.
"Der Iran hat deutlich mehr Raketen als bisher angenommen und kann länger feuern", erklärte er. Posch erklärte, dass die iranische Führung seit Jahren davor gewarnt habe: "Sie haben uns immer gesagt, sie haben die ganzen Gebirgszüge voller Raketenstollen. Und wenn der Iran angegriffen wird, dann ziehen sie da die Reißleine und nehmen die Weltwirtschaft mit. Genau das ist das Problem, wo wir jetzt sind."
Der Wissenschaftler sprach mit Fleischmann über die Schlüsselrolle der Straße von Hormus. Binnen weniger Wochen könnte die Blockade der Straße massive Folgen für den internationalen Energiemarkt haben. Die Internationale Energieagentur warnt bereits vor einer "Energiekatastrophe in sechs Wochen", sollten die Öltransporte nicht wieder aufgenommen werden.
Posch dazu: "Es ist keine Situation zum Spaßen, es kann durchaus sehr bitter werden. Wenn es kein Gas aus der Golfregion mehr gibt, werden die Europäer sehr teures Gas kaufen. Es ist eine kritische Situation und man muss politisch tätig werden", forderte er.
Der Experte warnte davor, dass sich der Krieg in die Länge zieht. Gelingt kein baldiger Waffenstillstand, folgt ein Festfahren des Konflikts, aus dem es "kein glaubwürdiges Szenario gibt, wie man da rauskommt", so Posch. Denn: "Jeder, der den ersten Schritt macht, hätte einen riesigen Gesichtsverlust." Trotzdem traue er beiden Seiten zu, den Waffenstillstand rasch zu erreichen. "Sowohl Chamenei als auch Trump sind keine Hasardeure."