Bundesländer im Vergleich

Mietbremse ab April: Wer jetzt bis zu 1.360 Euro spart

Ab April greift in Österreich die Mietbremse. Viele Haushalte profitieren von begrenzten Mieten und sparen teils über 1.300 Euro jährlich.
Jochen Dobnik
29.03.2026, 22:13
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Ab April treten in Österreich gleich mehrere mietbremsende Maßnahmen in Kraft, die für viele Haushalte spürbare finanzielle Entlastung bringen sollen.

Grundlage dafür sind zwei im vergangenen Jahr beschlossene Gesetze, die erstmals wirksam werden und sowohl geregelte als auch ungeregelte Mieten betreffen. Insgesamt sollen rund 1,1 Millionen Haushalte von den Maßnahmen profitieren.

Die Mietbremse wurde eingeführt, um Mieterinnen und Mieter in Zeiten hoher Teuerung vor übermäßigen Mietsteigerungen zu schützen. Konkret darf der Hauptmietzins – also die Miete ohne Betriebskosten – nur einmal jährlich angepasst werden. Liegt die Inflation über drei Prozent, können Erhöhungen zudem nur eingeschränkt weitergegeben werden.

Ein wesentlicher Bestandteil ist das Zusammenspiel mehrerer gesetzlicher Maßnahmen, darunter das Mietenwertsicherungsgesetz sowie das fünfte Mietrechtliche Inflationsgesetz (MILG).

Welche Wohnungen von der Mietbremse betroffen sind

Von den aktuellen Regelungen profitieren unterschiedliche Wohnsegmente:

➤ rund 470.000 private Mietwohnungen mit bislang ungeregelten Mieten
➤ etwa 340.000 private Altbauwohnungen mit geregelten Mieten
➤ rund 280.000 kommunale Mietwohnungen

Gerade in diesen Bereichen sorgt die Mietbremse für eine Begrenzung der Preisentwicklung und verhindert stärkere Anstiege, wie sie ohne gesetzliche Eingriffe möglich wären.

Begrenzte Erhöhung der Richtwerte

Ein zentraler Punkt betrifft die mietrechtlichen Richtwerte, die erstmals seit April 2023 wieder angepasst werden. Die Erhöhung ist gesetzlich jedoch strikt begrenzt und darf maximal ein Prozent betragen.

Am Beispiel Wien zeigt sich die Wirkung deutlich: Der Richtwert steigt von 6,67 Euro auf 6,74 Euro pro Quadratmeter. Ohne die Mietbremsenläge dieser Wert laut Berechnungen deutlich höher – nämlich bei rund 7,67 Euro, was einer Steigerung von knapp 15 Prozent entsprechen würde. Die gesetzliche Begrenzung verhindert somit eine wesentlich stärkere Belastung für Mieterinnen und Mieter.

Wie viel du konkret sparen kannst

Die tatsächliche Ersparnis hängt vom Bundesland, der Wohnungsgröße und der Art der Miete ab. Berechnungen der Arbeiterkammer (AK) zeigen jedoch klare Richtwerte:

In Wien sparen Mieterinnen und Mieter einer durchschnittlichen 60 Quadratmeter Gemeindewohnung rund 61 Euro pro Monat, was etwa 740 Euro pro Jahr entspricht. Für private Altbauwohnungen mit etwa 72 Quadratmetern liegt die Ersparnis in Wien bei rund 74 Euro monatlich beziehungsweise rund 890 Euro jährlich.

In der Steiermark beträgt die monatliche Entlastung bei vergleichbaren Wohnungen etwa 96 Euro, was sich auf rund 1.150 Euro pro Jahr summiert. Besonders hoch fällt die Entlastung in Vorarlberg aus: Hier können Haushalte bis zu 113 Euro pro Monat sparen, was jährlich fast 1.360 Euro entspricht.

Wirkung der Mietbremse langfristig

Die Mietbremse ist Teil einer Reihe von Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren eingeführt wurden, um die sogenannte Miet-Preis-Spirale einzudämmen. Während frühere gesetzliche Anpassungen bereits auf die Begrenzung von Mietsteigerungen abzielten, sorgen die neuen Regelungen nun für eine zusätzliche Stabilisierung – sowohl bei bestehenden als auch bei neuen Mietverhältnissen.

Ziel ist es, die Belastung für Haushalte nachhaltig zu reduzieren und gleichzeitig eine übermäßige Dynamik bei Mietpreisen zu verhindern. Gerade in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten stellt die Mietbremse damit ein zentrales Instrument zur finanziellen Entlastung vieler Menschen in Österreich dar.

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