Familien mit Kindern erhalten in Österreich inzwischen mehr staatliche Unterstützung als noch vor wenigen Jahren. Das zeigt eine neue Studie der Joanneum Research Forschungsgesellschaft im Auftrag des Familienministeriums.
Untersucht wurde das Jahr 2025, erklärte Studienautor Franz Prettenthaler bei der Präsentation am Dienstag. Demnach sind die Transferleistungen für Familien im Vergleich zu 2021 und 2023 real gestiegen. Besonders Alleinerziehende sowie Haushalte mit niedrigeren Einkommen profitierten von den Änderungen.
Ein Grund dafür ist unter anderem die Valorisierung mehrerer Familienleistungen. Auch die Neuregelung der Studienbeihilfe sowie Änderungen beim Kindermehrbetrag, beim Familienbonus Plus und beim Schulstartpaket spielten laut Studie eine Rolle. Zusätzlich wurde ein Kinderzuschlag eingeführt.
Die tatsächlichen Effekte unterscheiden sich je nach Einkommen und Familienkonstellation. Ein Paarhaushalt mit zwei Kindern hatte im Zweijahresvergleich im Schnitt 1,9 Prozent mehr Transferleistungen zur Verfügung. Bei Alleinerziehenden fiel der Anstieg deutlich stärker aus und lag bei 6,0 Prozent.
„Je nach Haushalt erhalten Familien zwischen rund 425 und 770 Euro pro Kind und Monat. Bei Alleinerziehenden kann die Unterstützung bis zu 970 Euro pro Kind und Monat betragen.“Claudia Bauer (ÖVP)Familienministerin
Besonders Haushalte mit einem Bruttoeinkommen von bis zu rund 3.000 Euro monatlich hätten profitiert, erklärte Prettenthaler. Damit solle verhindert werden, dass Kinder in Armut geraten. Gleichzeitig sei es auch nicht sinnvoll, Leistungen bei höheren Einkommen komplett zu streichen – auch mit Blick auf das Pensionssystem.
Für die Untersuchung wurden alle Transferleistungen betrachtet, auf die Familien mit Kindern theoretisch Anspruch haben. Laut Prettenthaler umfasst das System fast 300 einzelne Leistungen. In der Studie wurden verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen Einkommen, Wohnorten sowie Familiengrößen berechnet. Wie viele Leistungen tatsächlich von Familien in Anspruch genommen werden, sei jedoch "deutlich schwerer zu beantworten".
Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) betonte bei der Präsentation die Bedeutung des Systems: "Österreich hat ein breites und starkes System an familienbezogenen Leistungen, von der Familienbeihilfe über steuerliche Entlastungen bis hin zu zahlreichen Unterstützungen von Ländern und Gemeinden. Je nach Haushalt erhalten Familien zwischen rund 425 und 770 Euro pro Kind und Monat. Bei Alleinerziehenden kann die Unterstützung bis zu 970 Euro pro Kind und Monat betragen. Das zeigt ganz klar: Familien werden in Österreich nicht allein gelassen".
Gleichzeitig verwies sie darauf, dass finanzielle Unterstützung allein nicht ausreiche: "Klar ist aber auch", so die Familienministerin "Geld allein wird die demografische Entwicklung nicht drehen. Was wir ebenso brauchen, ist wieder mehr Mut zur Familie."
Und weiter: "Dafür braucht es auch ein realistisches Bild von Familie. Eines, das zur heutigen Lebensrealität passt – und das Lust auf Familie macht. Familie mit Kindern muss wieder stärker als etwas Schönes sichtbar werden. Denn Kinder sind kein Rechenbeispiel. Kinder sind unsere wichtigste Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft."