In Österreich herrscht Baby-Alarm statt Baby-Boom! Im vergangenen Jahr sind so wenige Kinder zur Welt gekommen wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Insgesamt wurden 75.718 Geburten registriert – ein Minus von 2,0 Prozent im Vergleich zu 2024.
"Niedriger war die Zahl der Neugeborenen zuletzt 2001, damals war die Gesamtbevölkerung aber auch um mehr als eine Million kleiner als 2025. Einer ersten vorläufigen Berechnung zufolge sank die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau 2025 auf 1,29. Damit wurde der bisherige Tiefststand von 2024 mit 1,31 bereits wieder unterschritten", erklärt Manuela Lenk von Statistik Austria.
Damit fiel die sogenannte Gesamtfertilitätsrate erstmals unter 1,30 Kinder pro Frau – ein historischer Tiefststand. Besonders stark zeigt sich der Rückgang im Burgenland: Dort wurden im Vorjahr nur noch 1.769 Babys geboren, ein Minus von 5,4 Prozent.
Bezogen auf die vorläufigen Bevölkerungszahlen lag die rohe Geburtenrate 2025 dort bei niedrigen 5,9 ‰. Den höchsten Wert verzeichnete Wien (9,3 ‰).
Experten schlagen Alarm: Eine dauerhaft niedrige Geburtenrate bedeutet, dass die Bevölkerung weiter altert. Schon jetzt wird gewarnt, dass langfristig Pensionen schwerer finanzierbar sein könnten, wenn immer weniger junge Menschen in das System einzahlen.
Doch: Es gibt auch eine gute Nachricht!
➤ Eine erste Schätzung der Lebenserwartung bei der Geburt ergab für das Jahr 2025 ein Ansteigen um 0,3 Jahre gegenüber 2024 und damit neue Höchstwerte: bei den Männern 80,17 Jahre und bei den Frauen 84,63 Jahre.
Zu den Niedrig-Geburten kommt allerdings ein anderes Problem: Österreich steckt in der Ehekrise. Die Zahl der Hochzeiten ist so niedrig wie seit 2015* nicht mehr. 2025 gaben sich 44.502 Paare das Ja-Wort, um 2,9 Prozent weniger als im Jahr davor. Besonders deutlich war der Rückgang in der Steiermark (−6,7 Prozent) und in Salzburg (−6,5 Prozent).
Die Mehrheit der Ehen (43.696) wurden zwischen Mann und Frau geschlossen. 806 zwischen Menschen des gleichen Geschlechts.
* Das Corona-Jahr 2020 haben wir ausgenommen.