Nach einem kurzen Anstieg zu Beginn der COVID-19-Pandemie gingen die Geburtenraten in einigen Ländern, darunter Schweden, zurück. Dieser plötzliche Rückgang löste im Internet Spekulationen aus, dass die Einführung der mRNA-COVID-19-Impfstoffe eine Rolle gespielt haben könnte. Kritiker vermuteten, dass die Impfungen die Fruchtbarkeit beeinträchtigt oder eine Schwangerschaft erschwert haben könnten.
Um diese Behauptungen zu überprüfen, beschlossen Forscher in Schweden, die Daten genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie analysierten Gesundheitsdaten von fast 60.000 Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren, die in der Region Jönköping County im Süden Schwedens leben. Etwa 75 % der Frauen wurden zwischen 2021 und 2024 gegen COVID-19 geimpft, wobei es sich bei 97 % dieser Impfungen um mRNA-Impfstoffe handelte.
Als die Forscher die Geburtenraten von geimpften und ungeimpften Frauen verglichen, stellten sie keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen fest. "Wir haben auch alle registrierten Fehlgeburten bei den Schwangeren untersucht und auch hier keinen Unterschied zwischen den Gruppen festgestellt", sagte Toomas Timpka, Professor für Sozialmedizin an der Universität Linköping und einer der Autoren der Studie. "Unsere Schlussfolgerung ist, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass der mRNA-Impfstoff gegen COVID-19 für den Rückgang der Geburten während der Pandemie verantwortlich ist", fuhr er fort.
Die Ergebnisse stimmen mit früheren großangelegten Studien und Übersichtsarbeiten überein, an denen Hunderttausende schwangere Frauen teilnahmen und die keine Hinweise darauf fanden, dass COVID-Impfstoffe das Risiko einer Fehl- oder Totgeburt erhöhen.
Die Studie fand zwar keine Hinweise darauf, dass Impfungen zu weniger Geburten führen, aber eine COVID-Infektion während der Schwangerschaft birgt echte Risiken für Mutter und Kind.
Eine SARS-CoV-2-Infektion während der Schwangerschaft ist mit erhöhten Risiken für Mutter und Fötus verbunden, insbesondere bei ungeimpften Frauen. Studien zeigen, dass ungeimpfte Schwangere ein deutlich höheres Risiko für schwere COVID-19-Verläufe haben, einschließlich Hospitalisierung, intensivmedizinischer Behandlung und Beatmung. Mit schweren mütterlichen Verläufen gehen vermehrt Schwangerschaftskomplikationen einher, darunter Präeklampsie, thromboembolische Ereignisse sowie eine erhöhte Rate an Frühgeburten, niedrigem Geburtsgewicht und – selten – Totgeburten.
Eine direkte schädigende Wirkung des Virus auf die fetale Entwicklung im Sinne von Fehlbildungen ist bislang nicht belegt; die Risiken für das ungeborene Kind ergeben sich überwiegend indirekt durch mütterliche Erkrankung, Plazenta-Durchblutungsstörungen und eingeschränkte Sauerstoffversorgung. Geimpfte Schwangere können sich zwar ebenfalls infizieren, zeigen jedoch signifikant seltener schwere Krankheitsverläufe, wodurch sich auch das Risiko für schwangerschafts- und geburtsbezogene Komplikationen deutlich reduziert.
Die Impfung ist damit nach wie vor der stärkste Schutz vor schwerem Krankeheitsverlauf, Krankenhausaufenthalten und Tod.