Frühaufsteher schwören auf ihre morgendliche Laufrunde, während Nachteulen ihre besten Ideen erst spätabends haben. Lange galt: Entweder man ist eine Lerche oder eine Nachteule. Doch neue Forschung zeigt, dass unser Schlafverhalten deutlich komplizierter ist: Eine kanadische Studie identifiziert fünf unterschiedliche Schlaftypen – und sie verrät, warum unser Schlaf weit mehr über Gesundheit, Stimmung und Leistungsfähigkeit sagt, als viele glauben.
Mithilfe von Gehirnscans, Fragebögen und medizinischen Daten von mehr als 27.000 Erwachsenen untersuchten die Wissenschafter, wann Menschen besonders wach oder müde sind – und wie sich das auf ihre Gesundheit auswirkt.
Das Ergebnis: Statt zwei gibt es fünf klare Schlaf-Subtypen, die sich nicht nur durch ihre Schlafzeiten, sondern auch durch Lebensstil, Emotionen und Krankheitsrisiken unterscheiden.
Entgegen früherer Annahmen zeigen die Ergebnisse: Nicht jede Nachteule lebt automatisch ungesund – und nicht jeder Frühaufsteher ist per se fitter. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Genetik, Umwelt und Lebensstil: "Diese Subtypen werden nicht nur durch Schlafenszeiten definiert", erklärt Studienleiter Danilo Bzdok gegenüber "The Independent".
Die Forscher plädieren deshalb für ein Umdenken: Statt starrer Empfehlungen brauche es personalisierte Schlaf- und Arbeitsmodelle. Gerade in einer digitalen Welt mit Home-Office und flexiblen Zeiten werde diese Vielfalt immer sichtbarer. Langfristig soll sogar geklärt werden, ob der Schlaftyp genetisch festgelegt ist.
Unabhängig vom Typ gilt: Regelmäßigkeit ist entscheidend. Feste Schlaf- und Aufstehzeiten senken Entzündungen und Krankheitsrisiken. Auch Rituale wie gedimmtes Licht, Lesen oder frische Luft am Morgen helfen dem Körper, einen stabilen Rhythmus zu finden.