Die Ski-Saison ist in vollem Gange: volle Pisten, volle Hütten, perfekte Bedingungen – und bei vielen endet der Skitag nicht mit der letzten Abfahrt, sondern beim Après-Ski. Genau da setzt jetzt eine Warnung der Ärztekammer Oberösterreich an: Feiern ja, aber bitte mit Maß.
"Das ist so lange ein schöner Teil dieser Form der Freizeitgestaltung, solange sich der Alkoholkonsum in Maßen hält", erklärt OÖ-Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser. Höchst problematisch werde es aber dann, wenn Alkoholisierte sich und andere gefährden – oder sogar verletzen.
Denn das hat auch Folgen fürs Gesundheitssystem: "Dann werden auch ärztliche Ressourcen gebunden und sinnlos vergeudet", betont Niedermoser. Diese Akutbetreuung könne bedeuten, dass Routineoperationen verschoben werden müssen. "Und das ist nicht fair."
Der Präsident legt nach: "Es kann nicht sein, dass Spitalsambulanzen und der niedergelassene Bereich sich um Patientinnen und Patienten kümmern müssen, die durch Alkoholeinfluss zu Schaden gekommen sind." Die Ärzte würden "ohnehin bereits am Limit" arbeiten.
Wie verbreitet Alkohol am Berg ist, zeigt eine Befragung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit: 34 Prozent gaben an, im letzten Jahr Wintersport betrieben zu haben, obwohl sie Alkohol konsumiert hatten. In Österreich werden jährlich rund 26.000 Skiunfälle registriert. "Mit verantwortungsbewusstem Sport ist das nicht vereinbar", sagt Niedermoser klar.
Denn schon geringe Mengen beeinträchtigen Reaktion und Koordination – schon ab 0,2 Promille würden Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung steigen: "Das Problem ist, dass sich die Betroffenen subjektiv nicht beeinträchtigt fühlen."
Viele würden Verletzungen dann auch nicht mit Alkohol in Zusammenhang bringen – die Dunkelziffer dürfte laut Ärztekammer hoch sein, weil bei Eigenverletzungen keine routinemäßigen Alkoholkontrollen stattfinden. Genau das fordert jetzt die Ärztekammer: "Verletzungen unter Alkoholeinfluss verursachen einen hohen volkswirtschaftlichen Schaden."
Und: Es kann teuer werden. Ein Unfall unter Alkoholeinfluss kann strafrechtliche und finanzielle Konsequenzen haben – von Versicherungen, die nicht zahlen, bis zu Leistungen, die "geschmälert oder rückgefordert" werden können, warnt Niedermoser abschließend.