Im "Urlaubsmodus" wird das Risiko beim Wintersport häufig ausgeblendet. Eine aktuelle und repräsentative Erhebung des Fachbereichs Sport- und Freizeitsicherheit im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) zeigt: 34 Prozent der Befragten haben in den vergangenen zwölf Monaten Wintersport betrieben, obwohl sie Alkohol getrunken hatten. Vielen ist die Gefahr sogar bewusst, aber sie gehen das Risiko trotzdem ein. "Während Alkohol im Straßenverkehr als Hochrisikofaktor gilt, werden die Risiken im Wintersport häufig unterschätzt. Tatsächlich stellt Alkohol auf der Piste ein großes Problem dar und kann im Fall eines Unfalls massive gesundheitliche und rechtliche Folgen haben", so Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Fachbereichs Sport und Freizeitsicherheit im KFV.
Beim Skifahren ist ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erforderlich. Man muss nicht nur selbst sicher die Piste hinunterkommen, sondern auch auf andere achten. Dr. Trauner-Karner betont: "Im Gegensatz zum Autofahren gibt es beim Skifahren keine Knautschzonen. Bei einem Sturz oder Aufprall auf ein Hindernis wirkt die Aufprallenergie daher unmittelbar auf den Körper und kann sehr massiv ausfallen. Helme sind ganz besonders wichtig – aber sie schützen nicht in allen Situationen", betont die Expertin.
Anders als beim Autofahren gibt es auf Skipisten zwar keine präventiven Alkoholkontrollen, allerdings sollte man Folgendes beachten: Wer alkoholisiert einen Unfall verursacht, dem drohen strafrechtliche Konsequenzen (z. B. hohe Schadenersatz- und Schmerzensgeldforderungen, Verlust oder Einschränkung des Versicherungsschutzes).
Alkohol auf der Skipiste ist aus mehreren Gründen problematisch. Bereits geringe Mengen führen zu verlängerten Reaktionszeiten, Tunnelblick, Koordinationsstörungen und erhöhter Risikobereitschaft. Bei Geschwindigkeiten ab 30 km/h, bis hin zu 70 km/h oder sogar noch mehr, die heute mit moderner Skiausrüstung möglich sind, kann es binnen Sekundenbruchteilen zu folgenschweren Kollisionen kommen. "Alkohol erhöht allerdings nicht nur die Unfallgefahr, sondern auch das Risiko für schwere Unfallverläufe und Komplikationen. Alkohol erweitert beispielsweise die Gefäße und kann zu gestörter Blutgerinnung führen. Dadurch können Gehirnblutungen nicht nur häufiger auftreten, sondern auch massiver ausfallen", erklärt Dr. Trauner-Karner. Zudem kann sich bei Verunfallten die Diagnose verzögern, weil Alkohol gewisse Symptome maskiert und lebensbedrohliche Verletzungen dadurch später erkannt werden. Nicht unwesentlich ist auch das Unterkühlungsrisiko, denn Alkohol fördert den Wärmeverlust.