Der Fall sorgt weiter für heftige Debatten: Einer 30-jährigen Oberösterreicherin wurde nach einer Krebs-Fehldiagnose im Linzer Kepler Universitätsklinikum die Gebärmutter entfernt. Später stellte sich heraus, dass kein Tumor vorlag. Der Kinderwunsch der jungen Frau ist damit endgültig zerstört.
In den Tagen nach Bekanntwerden des Vorfalls überschlugen sich Ereignisse und Statements: Der Anwalt der Betroffenen erhob schwere Vorwürfe gegen das Spital, das Klinikum widersprach vehement und betonte ihre Gesprächsbereitschaft, auch die Ärztekammer OÖ meldete sich mit einer Aussendung zu Wort.
Darin zeigte sich Präsident Peter Niedermoser zwar "tief betroffen" vom Schicksal der jungen Frau, warnte aber zugleich vor öffentlichem "Ärzte-Bashing". Fehler seien gemessen an Millionen Behandlungen selten, jeder einzelne aber "einer zu viel". Die Kammer stellte sich ausdrücklich hinter die Ärzteschaft und forderte eine "sachliche Aufarbeitung".
Nun meldet sich auch die Kleinpartei "Die Gelben" zu Wort. Obmann Martin Gollner stellt sich "mit dem gesamten Vorstand" hinter die Betroffene – und verlangt nicht nur Aufklärung, sondern auch ein konkretes Angebot zur Wiedergutmachung. Dabei nennt er ausdrücklich auch die Übernahme der Kosten für eine mögliche Leihmutterschaft.
Für Gollner ist die Dimension des Falls eindeutig: "Sie kann keine Kinder mehr bekommen." Der Allgemeinmediziner, der auch als medizinischer Sachverständiger tätig ist, spricht von einer schweren Körperverletzung – "fahrlässig oder vorsätzlich haben die Richter zu entscheiden".
An der Aussendung der Ärztekammer stört Gollner vor allem der Ton. Gollner wirft der Kammer eine Täter-Opfer-Umkehr vor: Statt den Fokus klar auf die Betroffene und die Folgen zu legen, werde der öffentliche Diskurs auf den Schutz der Ärzteschaft gelenkt.