Spital kündigt Gutachten an

Gebärmutter entfernt: Betroffene (30) erstattet Anzeige

Nach der Gebärmutter-Entfernung bei einer 30-Jährigen kündigt das Spital ein unabhängiges Gutachten an. Das Opfer will Anzeige erstatten.
Oberösterreich Heute
02.02.2026, 11:38
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Einer 30-jährigen Frau wurde im Sommer am Kepler Universitätsklinikum Linz die Gebärmutter entfernt – später stellte sich heraus, dass die Krebsdiagnose auf einer kontaminierten Gewebeprobe beruhte. "Heute" berichtete ausführlich. Am Freitag legte das Spital in einem neuen Statement nach und betonte "volle Transparenz" bei der Aufarbeitung.

Spital leitet weitere Schritte ein

Das Klinikum erklärte erneut, den Fall "außerordentlich" zu bedauern. Der Verlauf sei intern von Beginn an – ab dem Moment, als die Kontamination erkannt wurde – genau geprüft worden. Die gewonnenen Erkenntnisse seien der Patientin sowie in weiterer Folge auch ihrem Anwalt offen dargelegt worden.

Zusätzlich kündigte das KUK weitere Schritte an: In Abstimmung mit der Johannes Kepler Universität Linz werde ein unabhängiges externes Gutachten in Auftrag gegeben. Ziel sei eine objektive Beurteilung des Vorfalls sowie mögliche Verbesserungen bei Abläufen und Qualitätssicherung.

Auch rechtlich bewegt sich das Klinikum: Die Rechtsvertretung des KUK stehe bereits in direktem Kontakt mit dem Anwalt der betroffenen Frau: "Unser Ziel ist es, so rasch als möglich eine gemeinsame Lösung zu finden."

"Herausfordernde Situation"

Zudem erklärt das Spital, einer möglichen Empfehlung der Patientenanwaltschaft "selbstverständlich" Folge leisten zu wollen. Man zeige sich in dieser Frage ausdrücklich kooperationsbereit.

Abschließend betont das Spital, dass allen Beteiligten bewusst sei, "dass dies für die Patientin eine sehr emotionale und herausfordernde Situation darstellt". Gespräche mit Ärzten sowie das Angebot psychologischer Unterstützung stünden weiterhin zur Verfügung.

Anwalt kündigt Strafanzeige an

Für die Betroffene hingegen ist die Situation kaum mehr zu ertragen. "Ich war fast ohnmächtig", sagte sie nun laut "Krone". "Ich erwarte keine positive Nachricht mehr von der Gesundheitsholding, weil sie mich ständig nur enttäuschen." Besonders verletzt sie eines: "Ich verstehe das alles nicht. Warum reden sie hinter meinem Rücken mit einer Zeitung, aber nicht mit mir?"

Das Vorgehen sorgt nun auch rechtlich für Zündstoff. Im Raum steht ein möglicher Bruch der ärztlichen Schweigepflicht. Darauf hatte die Pressestelle der Gesundheitsholding bei der Anfrage von "Krone" und "News" am 22. Jänner selbst ausdrücklich hingewiesen, wie die "Krone" am Sonntag berichtet. Trotzdem sei man ohne Absprache an die Öffentlichkeit gegangen – ohne davor das Gespräch mit der Betroffenen zu suchen.

„Mit diesem Vorgehen ist jedes Vertrauen in die handelnden Personen in Uniklinik und Gesundheitsholding endgültig zerstört.“
Rainer HableAnwalt der Betroffenen (30)

Rechtsanwalt Rainer Hable kündigt nun eine Strafanzeige an. "Der Umgang mit meiner Mandantin war schon in den vergangenen Monaten skandalös", sagt Hable. "Mit dem Bruch der Vertraulichkeit ist nun eine neue Stufe erreicht – und das sollte Konsequenzen haben." Gleichzeitig hält er fest: "Mit diesem Vorgehen ist jedes Vertrauen in die handelnden Personen in Uniklinik und Gesundheitsholding endgültig zerstört."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 02.02.2026, 14:52, 02.02.2026, 11:38
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