Am Landesgericht Wels startet am Montag ein brisanter Prozess: Eine 23-jährige Frau muss sich wegen versuchten Mordes und Widerstands gegen die Staatsgewalt verantworten. Laut Anklage soll sie am 19. September 2025 am Bahnhof in Gmunden versucht haben, eine "wahllos ausgewählte Person" zu töten.
Bewaffnet mit einem Keramikmesser habe sie einen Stich in den Bauch ausführen wollen. Dazu kam es jedoch nicht – Beamte fanden die Frau in einem Wartehäuschen am Bahnsteig – die Frau wurde noch vor der Tat festgenommen.
Unmittelbar vor dem Vorfall kündigte sie laut Anklage nämlich Freundinnen über Snapchat an, möglicherweise jemandem etwas anzutun und Stimmen zu hören. Diese alarmierten daraufhin die Polizei.
Zwei Tage nach der Festnahme, am 21. September, soll es in der Untersuchungshaft zu einem weiteren Vorfall gekommen sein. Dabei habe sich die 23-Jährige laut Staatsanwaltschaft körperlich gegen Beamte gewehrt und Amtshandlungen behindert. Die junge Frau soll an einer psychischen Störung leiden, nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war sie zum Tatzeitpunkt aber zurechnungsfähig.
Am Montag muss sich die Angeklagte vor einem Geschworenensenat verantworten, der Prozess ist bis in die Abendstunden angesetzt. Im Fall einer Verurteilung drohen ihr zehn bis 20 Jahre Haft oder sogar lebenslang. Es gilt die Unschuldsvermutung.