Der tragische Fall einer 30-jährigen Oberösterreicherin, der nach einer falschen Diagnose am Linzer Kepler Universitätsklinikum die gesunde Gebärmutter entfernt wurde, schlägt weiter hohe Wellen. Nun wird auch der Magistrat Linz aktiv: Die sanitäre Aufsicht leitet eine unabhängige Prüfung ein.
Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml (FPÖ) betont: "Die zuständige Abteilung der Stadt Linz wird diesen tragischen Fall objektiv prüfen." Dabei liege der Fokus auf möglichen "systemischen und organisatorischen Mängeln bei der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften" nach dem Krankenanstalten- und Kuranstaltengesetz.
Ziel sei es, "für eine vollständige Aufklärung zu sorgen und die Sicherheit der Patientinnen und Patienten bestmöglich zu gewährleisten". Im Sommer war bei der 30-Jährigen laut Klinikum zunächst Gewebe entnommen worden. Der Befund deutete auf einen "äußerst bösartigen Tumor" hin. Das Tumorboard empfahl daraufhin eine Totaloperation.
Bereits Anfang August wurden Gebärmutter, Eileiter und ein Eierstock entfernt. Erst Wochen später stellte sich heraus: Die Probe war laut Spital "minimal kontaminiert" – ein Tumor konnte nicht mehr nachgewiesen werden. Rechtsanwalt Rainer Hable, der die Frau vertritt, spricht gegenüber "Heute" von einem "Fehler, der nicht wiedergutzumachen ist". Der Kinderwunsch sei "lebenslang beendet", es gebe nur mehr "eine finanzielle Entschädigung". Diese müsse "beträchtlich" sein.
Hable kritisiert auch das Verhalten von Klinik und Gesundheitsholding scharf: "Wie kann man erklären, dass es zu einer offenbaren Kontamination gekommen ist, und dann sagen: 'Kann halt passieren, der Patient muss sich damit abfinden und hat einfach Pech gehabt?'" Und weiter: "Wenn das kein Fehler ist, dann gibt es keine Fehler."
Ein Angebot zur außergerichtlichen Einigung habe es bereits gegeben, wurde laut Hable aber ignoriert: "Wenn sie weiter behaupten, es war kein Fehler und die Patientin hat Pech gehabt, dann gibt es ehrlicherweise auch wenig zu besprechen."