Antisemitischer Vorfall in Linz-Urfahr: In der Nacht auf Sonntag sprühte ein Unbekannter in Linz-Urfahr einen Davidstern auf einen türkischen Lebensmittelmarkt. Die Tat passierte zwischen Mitternacht und 1 Uhr.
"Das Geschäft wird von gut integrierten Menschen mit Migrationsgeschichte geführt und ist ein fester Bestandteil der Nachbarschaft", sagt Elias Y. zu "Heute". Seine Familie sei gut mit den Inhabern befreundet, weshalb er den Vorfall nun öffentlich macht.
Die Tat wurde auch von einer Überwachungskamera aufgezeichnet – das Video liegt "Heute" vor. Klar zu erkennen ist der Täter, der sich vorsichtig umschaut und dann den Davidstern auf die Glasschiebetür sprüht.
Der "Judenstern" gilt heute als zentrales Symbol für die systematische Ausgrenzung und Vernichtung der europäischen Juden durch das NS-Regime. Die verpflichtende Kennzeichnung mit dem gelben Stern wurde in Deutschland, Österreich sowie in den besetzten Gebieten eingeführt und knüpfte an eine jahrhundertelange Tradition antisemitischer Stigmatisierung seit dem Mittelalter an.
Bereits kurz nach Hitlers Machtübernahme wurde der Magen David diskriminierend eingesetzt: Beim Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 markierten SA- und SS-Trupps zahlreiche Läden mit gelben Sternen.
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung
Warum genau ein Davidstern auf das türkische Geschäft gesprüht wurde, kann er sich auch nicht erklären. Die Inhaber erstatteten jedenfalls Anzeige, das Videomaterial liegt der Exekutive schon vor. Die Polizei bestätigte den Vorfall. Ausgeforscht wurde der Täter aber noch nicht.