Höchststand bei Übertragung

Bestätigt! Gefährliches Gelsen-Virus in Österreich

Das West-Nil-Virus ist in Österreich keine Randerscheinung mehr. Die durch Mücken übertragene Krankheit breitet sich weiter aus.
Heute Life
Von Heute Life und
09.02.2026, 10:46
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Österreich steht vor einer neuen gesundheitlichen Herausforderung: Die Zahl der menschlichen Infektionen mit dem durch Stechmücken übertragenen West-Nil-Virus (WNV) hat im Jahr 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Laut einer aktuellen Meldung des Tropeninstituts und einer Langzeitstudie der MedUni Wien wurden 37 bestätigte Fälle registriert – so viele wie noch nie seit dem Erstnachweis des Virus im Jahr 2009.

Das Virus, das durch heimische Mücken übertragen wird, ist mittlerweile nicht mehr ein sporadisch auftretender Erreger, sondern scheint sich ständig in Österreich zu etablieren - und wird damit nun als endemisch eingestuft.

Besonders auffällig: Das nördliche Burgenland gilt inzwischen als neuer Hotspot mit vermehrten Krankheitsfällen und dem erstmaligen Nachweis einer Virusvariante, die zuvor vor allem in Süd- und Südosteuropa verbreitet war. In dieser Region traten im Jahr 2024 16 West-Nil-Virus-Fälle auf.

Schwere Verläufe und hohe Dunkelziffer

Von den insgesamt in Österreich 37 registrierten Fällen mussten 19 Patientinnen und Patienten mit schweren Symptomen im Krankenhaus behandelt werden. Dies unterstreicht nicht nur das potenzielle Risiko des West-Nil-Virus, sondern auch die Herausforderungen bei der frühzeitigen Erkennung und Behandlung solcher Infektionen. Da in vielen Fällen keine oder nur leichte Symptome auftreten, gehen Fachleute von einer erheblichen Dunkelziffer nicht erkannter Infektionen aus.

"Der deutliche Anstieg der Erkrankungsfälle zeigt, dass das West-Nil-Virus mittlerweile fest in Österreich etabliert ist", erklärt Virologin Judith Aberle, Leiterin der Studie am Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien. Gerade in den warmen Sommermonaten raten Expertinnen und Experten dazu, bei grippeähnlichen Beschwerden oder neurologischen Symptomen wie Meningitis oder Enzephalitis auch ohne Reiseanamnese an eine mögliche Infektion mit dem Virus zu denken.

Jährliche Anzahl autochthoner West-Nil-Virus-Fälle  und Usutu-Virus-Fälle in Österreich, 2009–2024.
MedUni Wien

Übertragung, Symptome und Schutz

Das West-Nil-Virus wird vor allem durch infizierte Mücken übertragen, die zuvor Vögel mit dem Erreger gestochen haben. Für den Menschen verläuft die Infektion in etwa 80 Prozent der Fälle ohne Symptome. Etwa ein Fünftel der Infizierten zeigt grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Nur in einem kleinen Anteil (unter 1 Prozent) kommt es zu schweren neurologischen Komplikationen, darunter Gehirn- oder Hirnhautentzündung. Einen Impfstoff für Menschen gibt es derzeit nicht, deshalb stehen Prävention und Überwachung im Vordergrund.

Gesundheitsbehörden betonen die Bedeutung des Mückenschutzes – etwa durch Insektenschutzmittel, eng anliegende Kleidung in den Sommermonaten und die Vermeidung von stehendem Wasser, wo sich Mückenlarven vermehren können.

Über 1.000 Fälle

Auch auf kontinentaler Ebene ist das West-Nil-Virus kein Einzelfall. Laut Berichten des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) wurden 2025 über 1.000 lokal erworbene Fälle in Europa gemeldet, vor allem in Italien, Griechenland und Frankreich. Diese Daten spiegeln einen breiteren Trend wider: Durch klimatische Veränderungen und die Ausbreitung von Vektoren wie Mücken könnten durch Stechmücken übertragene Krankheiten zunehmend endemisch werden.

{title && {title} } red,, {title && {title} } Akt. 09.02.2026, 11:05, 09.02.2026, 10:46
Jetzt E-Paper lesen