Wer Vollzeit arbeitet, kennt das Gefühl nur zu gut: Das Wochenende vergeht viel zu schnell, und zwei zusätzliche freie Tage wären oft dringend nötig. Tatsächlich zeigen Studien, dass sich die Produktivität verschlechtern kann, wenn Menschen nach dem Überschreiten des 40. Lebensjahres mehr als drei Tage pro Woche arbeiten.
Laut einer Studie aus Melbourne (Australien) reicht ein zweitägiges Wochenende nicht aus. Damit 40-jährige Arbeitnehmer im Arbeitsumfeld leistungsfähiger und ausgeglichener sind, brauchen sie mehr. Konkret benötigen sie mindestens ein viertägiges Wochenende.
Der Bericht stellte fest, dass "Arbeit ein zweischneidiges Schwert sein kann, da sie zwar die Gehirnaktivität anregt, aber gleichzeitig lange Arbeitszeiten und bestimmte Arten von Aufgaben zu Müdigkeit und Stress führen können, die möglicherweise die kognitiven Funktionen beeinträchtigen". Für Arbeitnehmer mittleren Alters und ältere Arbeitnehmer ist Teilzeitarbeit vorteilhafter und wesentlich effektiver für die Aufrechterhaltung der kognitiven Funktionen.
Eine Gruppe von 3.500 australischen Frauen und 3.000 australischen Männern im Alter von 40 bis 69 Jahren mit unterschiedlichem Bildungshintergrund wurden gebeten, Wörter laut vorzulesen, Zahlenlisten rückwärts aufzusagen und unter Zeitdruck Buchstaben und Zahlen einander zuzuordnen.
"Bei einer Arbeitszeit von bis zu etwa 25 Stunden pro Woche wirkt sich eine Erhöhung der Arbeitszeit positiv auf die kognitiven Funktionen aus", stellten die Forscher fest. "Wenn die Arbeitszeit jedoch 25 Stunden pro Woche überschreitet, wirkt sich eine Erhöhung der Arbeitszeit negativ auf die kognitiven Funktionen aus."
Arbeitslose Teilnehmer und Vollzeitbeschäftigte erzielten etwa 15 % schlechtere Ergebnisse als Teilnehmer, die 25 Stunden pro Woche arbeiteten. Die Forscher stellten außerdem fest, dass es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Ergebnissen von Männern und Frauen gab, was bedeutet, dass lange Arbeitszeiten die kognitiven Fähigkeiten jedes Menschen unabhängig vom Geschlecht beeinträchtigen können.
Leider scheint die Arbeitskultur genau das Gegenteil der Ergebnisse der australischen Studie widerzuspiegeln. Die meisten Arbeitnehmer übernehmen mit zunehmendem Alter mehr Arbeit und Verantwortung, weil ihre Erfahrung und ihre Position dies erfordern. Beförderungen bedeuten in der Regel mehr Geld, was wiederum mehr Arbeit bedeutet. Dem Bericht zufolge kann "zu viel Arbeit jedoch negative Auswirkungen auf die kognitiven Funktionen haben." Schlimmer noch: Mehr als 40 Stunden pro Woche zu arbeiten, kann sich tatsächlich auf die Gehirnfunktion von Arbeitnehmern Ü40 auswirken.