Viele brechen Therapie ab

Nebenwirkungen bei dieser Arznei oft nur eingebildet

Forscher haben zahlreiche gefürchtete Nebenwirkungen von Cholesterinsenkern unter die Lupe genommen und kommen zu einem überraschenden Ergebnis.
Heute Life
06.02.2026, 22:12
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Statine, also Medikamente zur Senkung des Cholesterinspiegels, gehören zu den am häufigsten verschriebenen Arzneien. Gleichzeitig zählen sie aber auch zu jenen Präparaten, die viele Patienten aus Sorge vor Nebenwirkungen wieder absetzen.
Eine neue Meta-Analyse im Fachjournal "The Lancet" kommt nun zu einem überraschenden Ergebnis: Die meisten Nebenwirkungen, die in Beipackzetteln angeführt werden, lassen sich wissenschaftlich nicht eindeutig belegen.

Für die Auswertung analysierten die Forscher 19 placebokontrollierte Studien und prüften, ob die angegebenen Nebenwirkungen tatsächlich auf die Einnahme von fünf gängigen Statinen zurückzuführen waren. Das traf nur auf vier von insgesamt 66 möglichen Nebenwirkungen zu.

Belegt werden konnten demnach:

  • Veränderungen der Urinzusammensetzung
  • Ödeme
  • auffällige Leberenzymwerte
  • Abweichungen in der Leberfunktion

Bekannt ist außerdem, dass Statine Muskelbeschwerden verursachen können und das Risiko für Diabetes leicht erhöhen. Für viele andere Beschwerden, die häufig mit Statinen in Verbindung gebracht werden – etwa Müdigkeit, Kopfschmerzen, Depressionen oder Schlafstörungen – fand die Analyse hingegen keinen klaren Zusammenhang.

Statine senken vor allem das sogenannte "schlechte" LDL-Cholesterin. Zu hohe LDL-Werte können dazu führen, dass sich Cholesterin in den Gefäßwänden ablagert – das erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Viele "Nebenwirkungen " aus rechtlichen Gründen auf Beipackzettel

Herz-Mediziner betonen deshalb, dass Statine in der Herz-Kreislauf-Prävention eine zentrale Rolle spielen. Viele Nebenwirkungen würden zudem aus rechtlichen Gründen auf Beipackzetteln stehen und würden Patienten oft unnötig verunsichern. Langzeitdaten zeigen laut Experten, dass schwere Komplikationen insgesamt sehr selten sind.

Die häufigste echte Nebenwirkung

Muskelbeschwerden bleiben laut Fachleuten zwar die häufigste echte Nebenwirkung – sie sind jedoch meist dosisabhängig, verschwinden nach Absetzen und können durch Präparatwechsel oder alternative Medikamente oft gut in den Griff bekommen werden.

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