Internationale Studie

Neue Krebsimpfung – Wiener Spital testet an Patienten

Ein neuer Impfstoff könnte Nierenkrebs-Patienten künftig schonender schützen und belastende Therapien ersetzen. Studienstart ist Ende des Jahres.
Heute Life
03.02.2026, 11:54
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Die Behandlung von Krebs entwickelt sich ständig weiter. Im Mittelpunkt steht, dass die Lebensqualität der Betroffenen möglichst hoch bleibt und die Therapie selbst wenig belastend ist. Besonders bei Nierenkrebs könnte es bald einen neuen Ansatz geben: einen therapeutischen Impfstoff.

Wie die Wiener Rathauskorrespondenz berichtet, haben manche Menschen nach der Entfernung eines Nierentumors ein erhöhtes Risiko, dass der Krebs wieder zurückkommt. Bisher kommen dagegen Medikamente zum Einsatz, die oft heftige Nebenwirkungen mit sich bringen – etwa eine Unterfunktion der Schilddrüse. Manchmal sind diese sogar nicht mehr rückgängig zu machen und die Betroffenen müssen ihr Leben lang Tabletten nehmen.

Nierenkrebsimpfung ohne Nebenwirkungen

Deshalb wird jetzt an einer Behandlung geforscht, die kaum Nebenwirkungen hat: eine Impfung. Ende des Jahres startet in der Klinik Donaustadt eine Studie zu Nierenkrebsimpfungen. Untersucht wird der Impfstoff eines Schweizer Pharmaunternehmens. "Es handelt sich dabei um eine Immuntherapie aus körpereigenem Tumormaterial. Dass dieser Ansatz grundsätzlich funktioniert, konnte bereits gezeigt werden", erklärt Martin Marszalek, Leiter der Abteilung für Urologie und Andrologie der Klinik Donaustadt.

Weniger Aufwand für Patienten

Bei dieser neuen Methode könnten höchstens klassische Begleiterscheinungen einer Impfung auftreten, unter anderem eine Schwellung an der Einstichstelle.
Ein weiterer Vorteil: Die Verabreichung wäre für die Betroffenen viel weniger aufwendig. Während man bei der herkömmlichen Therapie über ein Jahr hinweg immer wieder stundenlange Infusionen braucht, würden bei der Impfung wenige Stiche genügen. Weil die Behandlung ganz individuell abgestimmt wird, sind die Kosten allerdings recht hoch. Sollte der Impfstoff zugelassen werden, soll er vor allem jenen zur Verfügung stehen, die ein besonders hohes Risiko haben.

Die meisten, die an Nierenkrebs erkranken, gelten nach einer Operation als geheilt. Die Klinik Donaustadt setzt dabei auf den Da Vinci-OP-Roboter. Das bringt viele Vorteile: mehr Präzision, weniger Schmerzen und eine schnellere Erholung. "Jährlich machen wir bei Nierentumoren rund 120 Eingriffe mit roboterassistierter Chirurgie, die es uns ermöglicht, auch sehr komplexe Nierentumore organerhaltend zu operieren", sagt Martin Marszalek.

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