Ergothionein

Bremst Wirkstoff aus diesem Pilz Demenz?

Das Antioxidans Ergothionein sorgt für Aufsehen. Studien fanden Erstaunliches über unsere Zellalterung im Zusammenhang mit dem Wirkstoff heraus.
Maria Ratzinger
05.02.2026, 22:35
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Was wie ein Versprechen aus einem Nahrungsergänzungsmittel-Katalog klingt, beschäftigt derzeit die Forschung ernsthaft. Ein Wirkstoff mit dem sperrigen Namen Ergothionein sorgt für Aufmerksamkeit und stammt ausgerechnet aus Pilzen. Und zwar aus jenen, denen man in Asien gesunde Wirkungen zuschreibt: Shiitake, Austernpilze oder dem ganz normalen Champignon.

Natürlicher Wirkstoff

Ergothionein ist kein neues Wundermittel aus dem Labor, sondern ein natürlicher Stoff, den der menschliche Körper nicht selbst bilden kann. Umso überraschender: Der Organismus besitzt einen eigenen Mechanismus, um Ergothionein gezielt in die Zellen zu transportieren.

Der Wirkstoff zählt zu den besonders stabilen Antioxidantien. Er schützt Zellen vor oxidativem Stress, einem Prozess, der mit Entzündungen, vorzeitiger Alterung und zahlreichen chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Auffällig ist, wo sich Ergothionein anreichert: im Gehirn, im Herzen, in der Leber und in den Augen. Also genau dort, wo der Körper besonders sensibel und leistungsabhängig ist.

Wenig Ergothionein - schlechtere Verfassung

Studien zeigen klare Zusammenhänge. Menschen mit niedrigen Ergothionein-Spiegeln leiden häufiger unter kognitivem Abbau, Herz-Kreislauf-Problemen und allgemeiner Gebrechlichkeit. Höhere Werte gehen mit besserer Zellfunktion und geringerer Entzündungsaktivität einher. Deshalb wird Ergothionein in der Wissenschaft zunehmend als potenzieller Langlebigkeitswirkstoff diskutiert.

Man findet sie bereits in vielen Supermärkten: Austernpilze.
Odiseo Castrejon / Unsplash

Forschung gegen Demenz

Pilze nehmen Ergothionein aus dem Boden auf und speichern es. Pflanzen können das wiederum nicht, und da tierische Produkte nur geringe Mengen enthalten, sind Pilze damit die klare Hauptquelle.

Forscher aus Australien und Neuseeland haben 2025 eine Studie veröffentlicht, in der sie die Vorteile des Wirkstoffs für die Erinnerungsleistung älterer Menschen untersuchten.

Dabei wurden 147 Erwachsene im Alter von 55 bis 79 Jahren über einen Zeitraum von 16 Wochen untersucht. Die Erwachsenen hatten zuvor angegeben, dass sich eine sinkende Gedächtnisleistung bei ihnen bemerkbar macht. Eine Gruppe bekam Ergothionein verabreicht, die andere Gruppe keines. Jene, die es erhalten hatten, berichteten von besserem Schlaf und einem besseren Gedächtnisempfinden.

Die Forscher stellten fest, dass der Stoff langfristig als präventiver Schutzstoff, vor allem bei altersbedingten Veränderungen, relevant sein kann. Außerdem verbesserten sich die Leberwerte und die Telomerlängen (die Schutzkappen an den Enden unserer Chromosomen).

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