Zwei Kontinente, zwei Extreme

Wetter-Schock! Eissturm in USA, Gluthitze in Australien

Ein historischer Wintersturm tobt derzeit in den USA, Australien ächzt unter Mega-Hitze - Extreme legen das Wetter auf beiden Seiten der Erde lahm.
Bernd Watzka
26.01.2026, 11:50
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Während der Wintersturm Teile der USA in eine Eishölle verwandelt, geraten auf der anderen Seite der Welt die Thermometer außer Kontrolle. Ein extremer Kälteeinbruch auf der Nordhalbkugel, fast 50 Grad Hitze in Australien - das globale Wetter spielt verrückt.

Schneechaos, Stromausfälle und Tote in USA

In den USA sorgt ein arktischer Eissturm für lebensbedrohliche Zustände. Zahlreiche Tote, Schneechaos, Stromausfälle und eiskalte Nächte prägen derzeit den Alltag von Millionen Menschen. Obwohl sich das Klima weltweit erwärmt, sind derartige Extrem-Ereignisse weiterhin möglich - und laut Experten sogar wahrscheinlicher.

Kurios: Laut einer Analyse von Climate Central steigen die tiefsten Jahrestemperaturen vieler US-Städte - in Minneapolis etwa um rund 11 Grad seit 1970. In Cleveland sind es 11,2 Grad. Die Winter werden milder, doch wenn die Kälte kommt, trifft sie oft mit voller Wucht.

Bei starkem Polarwirbel staut sich kalte Luft um den Nordpol. Schwächt er sich jedoch ab, strömt diese kalte Luft nach Süden Richtung USA - vergleichbar mit dem Öffnen einer Gefrierschranktür.
KI

Der Polarwirbel ist eine gewaltige, kreisförmige Windwand, die normalerweise eisige Luft in der Arktis hält. Dehnt er sich jedoch aus, kann er nach Süden abtauchen und kalte Luft mit sich bringen. Genau das geschieht derzeit in den USA mit einer ausgeprägten Ausbuchtung, einem sogenannten Trog, im Jetstream über den zentralen und östlichen Bundesstaaten.

Kalte Luft dringt nach Süden vor

Forscher wie Jennifer Francis vom Woodwell Climate Research Center sehen Zusammenhänge mit dem sich abschwächenden Polarwirbel. Durch die globale Erwärmung verliert er an Stabilität - mit Folgen: Kalte Luft kann weiter nach Süden vordringen (wie aktuell in Nordamerika).

Auch Judah Cohen vom MIT warnt: Der Klimawandel beeinflusst die Ausdehnung des Polarwirbels. Weniger Meereis in der Arktis, mehr Schnee in Sibirien - all das begünstigt extreme Winterlagen auch in Europa, Asien und den USA.

Australien in der Glut-Hölle: Brände im Jänner im Bundesstaat Victoria.
Forest Fire Management Victoria

49 Grad in Südaustralien

Während der Norden friert, brennt der Süden: In Australien kletterten die Temperaturen auf bis zu 49 Grad. Besonders betroffen: Südaustralien, Victoria, New South Wales und Queensland. In Melbourne, wo aktuell die Australian Open laufen, wurden 45 Grad gemessen - knapp unter dem Allzeitrekord.

Buschfeuer, tausende Evakuierungen

Meteorologen warnen: Die extreme Hitze in Kombination mit trockener Vegetation und Wind sorgt für brandgefährliche Bedingungen. In Victoria mussten wegen Buschfeuern über 1.100 Haushalte evakuiert werden. Feuer wüten auch unkontrolliert südwestlich von Melbourne.

Fakt ist: Eisige Kälte hier, glühende Hitze dort - die Wetterextreme sind zwei Seiten derselben Medaille: einer aus dem Gleichgewicht geratenen Erde.

{title && {title} } bw, {title && {title} } Akt. 26.01.2026, 13:36, 26.01.2026, 11:50
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