Amsterdam geht beim Klimaschutz neue Wege - und streicht die Werbung für klimaschädliche Produkte. Ab Sommer darf im öffentlichen Raum der niederländischen Hauptstadt keine Reklame mehr für Fleisch, fossile Energie oder Kreuzfahrten gemacht werden. Auch Werbung für Dieselautos und Flugreisen ist tabu.
Der Gemeinderat hat das Verbot kürzlich mit Mehrheit beschlossen - und damit für ein Novum gesorgt: Nach Angaben der Stadt ist Amsterdam damit die erste Hauptstadt der Welt, die Fleischwerbung im urbanen Raum untersagt. Wäre das auch etwas für Wien? Bleibt abzuwarten, ob und wie die Wiener Grünen auf den mutigen Vorstoß reagieren.
Die grüne Partei GroenLinks, die den Vorstoß eingebracht hat, jubelt: "Ein wichtiger Sieg für das Klima und die öffentliche Gesundheit", so Stadtabgeordnete Jenneke van Pijpen. "Für Werbung großer Unternehmen, die die Klimakrise anheizen, ist in Amsterdam kein Platz mehr."
Ein Blick zurück: Schon 2020 wollte die Stadt fossile Reklame stoppen, scheiterte aber an der Umsetzung. In anderen niederländischen Städten gibt es ähnliche Verbote - aber nur für Öl, Gas und Co. Fleischwerbung wurde bisher nirgends untersagt. Ein Aufschrei der Steakliebhaber dürfte wohl nicht ausbleiben.
Die Niederlande gehören zu den europäischen Ländern, die besonders stark vom Klimawandel betroffen sind. Große Teile des Landes liegen unter dem Meeresspiegel, gleichzeitig nehmen Starkregen, Hitzeperioden und Überschwemmungen zu. Entsprechend hoch ist der politische Druck, Emissionen zu senken und das Land widerstandsfähiger zu machen.
Die Regierung in Den Haag hat ehrgeizige Klimaziele beschlossen: Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen deutlich sinken, langfristig strebt das Land Klimaneutralität an.