Ein extremer Kälteeinbruch hält derzeit große Teile der USA fest im Griff - und sorgt für spektakuläre Naturphänomene: In Minnesota, Iowa und South Dakota könnten an diesem Wochenende Bäume buchstäblich explodieren. Grund dafür sind Temperaturen von teils unter minus 29 Grad.
Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist tatsächlich möglich: Wenn der Saft in Bäumen gefriert, dehnt sich das Wasser aus. Dadurch steigt der Druck im Inneren - und bei extremen Kälteschocks reißt oder explodiert der Baum mit einem lauten Knall, ähnlich einem Gewehrschuss. Experten sprechen von Frostrissen oder sogenannten kryoseismischen Ereignissen, die zuweilen auch die Erde beben lassen.
Besonders betroffen sind Bäume mit hohem Feuchtigkeitsanteil - etwa Eichen, Ahorn oder Obstbäume. Das skurrile Spektakel tritt meist spätnachts oder in den frühen Morgenstunden auf, wenn die Kälte am härtesten zuschlägt.
Aktueller Auslöser der Kälte ist ein riesiger Wintersturm namens "Fern", der aktuell mehr als 160 Millionen Amerikaner betrifft. Der Polarwirbel schickt dabei arktische Luftmassen über weite Teile des Landes - von Texas über die Great Plains bis in den Nordosten nach New York. Neben Frost sind auch starke Schneefälle und gefrierender Regen gemeldet.
Laut Wissenschaftlern könnte der Klimawandel eine Rolle spielen. Atmosphären-Forscherin Jennifer Francis erklärt: "Studien deuten darauf hin, dass ein wärmeres Klima den Polarwirbel instabiler macht - mit häufigeren Winterextremen als Folge."