Gerade erst hochgefahren - schon wieder ausgebremst: Der Neustart des weltgrößten Atomkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa in Japan ("Heute" berichtete) wurde am heutigen Donnerstag nur wenige Stunden nach Beginn gestoppt. Grund war ein Alarm im Überwachungssystem, wie Betreiber TEPCO mitteilte.
"Die Arbeiten sind derzeit ausgesetzt", erklärte Sprecher Takashi Kobayashi gegenüber AFP. Der Reaktor sei zwar stabil, und es sei keine Strahlung nach außen gelangt - dennoch bleibt unklar, wann der Neustart fortgesetzt werden kann.
Die Ursache des Zwischenfalls werde derzeit untersucht. Es ist bereits das zweite technische Problem innerhalb weniger Tage: Schon am vergangenen Wochenende hatte ein Reaktor-Alarm den ursprünglich für Dienstag (20.1.) geplanten Neustart verzögert.
Das AKW in der Präfektur Niigata gilt mit seiner maximalen Kapazität als das größte der Welt. Es war wie alle Reaktoren in Japan nach der Katastrophe von Fukushima 2011 abgeschaltet worden. Nun versucht das Land, mit einer Rückkehr zur Atomkraft seine Energieversorgung zu sichern.
Hintergrund: Japan ist stark abhängig von Energieimporten. Um CO2-Neutralität bis 2050 zu erreichen, will die Regierung auch auf Atomstrom setzen - trotz der Ängste in der Bevölkerung. Doch die aktuelle Pannenserie nährt neue Zweifel an Japans Atom-Plänen - und lässt Erinnerungen an Fukushima wach werden.