Sie sind warm, bunt und waren diesen Winter ein echter Verkaufsschlager - doch jetzt gibt's einen Chemie-Schock: Greenpeace Österreich hat 11 "Iconic Puffer"-Jacken von C&A im Labor untersuchen lassen. In 9 davon fanden sich gefährliche PFAS-Gifte - darunter auch in einem Kinder-Modell.
Besonders schlimm: In drei Jacken war der gesetzlich erlaubte Wert klar überschritten. Eine Herren-Steppjacke toppte alles - mit dem 16-fachen des erlaubten Grenzwerts. Laut Greenpeace dürfen solche Produkte in der EU gar nicht verkauft werden. Die Organisation fordert jetzt einen Rückruf und hat die Ergebnisse an die Behörden übergeben.
"Es ist schockierend, dass mehrere C&A-Jacken so stark mit verbotenen PFAS-Giften belastet sind", sagt Madeleine Drescher von Greenpeace. "Konsumenten müssen darauf vertrauen können, dass sämtliche Kleidung keine gefährlichen Chemikalien enthält." Die betroffenen Produkte müssten nun "sofort zurückgerufen und den Kunden ihr Geld vollständig erstattet" werden.
Die in den Jacken gefundenen Chemikalien - 6:2-FTOH, 8:2-FTOH und 10:2-FTOH - gelten als hochgefährlich. Einige können sich im Körper anreichern, das Immunsystem schädigen oder sogar Krebs auslösen. Besonders brisant: C&A hatte die "Iconic Puffer"-Kollektion mit einer großen Werbekampagne in Wien, München und Amsterdam gefeiert - samt Influencern und Live-Events. Entsprechend viele Jacken dürften verkauft worden sein.
C&A nimmt Produktsicherheit und die Einhaltung chemischer Vorschriften sehr ernst. Gemeinsam mit unseren externen Laborpartnern haben wir den vorliegenden Bericht sowie unsere eigenen Testergebnisse erneut sorgfältig geprüft.
Alle genannten Produkte wurden ursprünglich von externen, international akkreditierten Prüflaboren getestet. Die entsprechenden Prüfberichte bestätigen, dass die Produkte sämtlichen geltenden gesetzlichen Anforderungen vollständig entsprechen.
Die genannten Ergebnisse basieren auf einer neuen PFAS-Testmethode, die im Zusammenhang mit bevorstehenden regulatorischen Entwicklungen in Frankreich und auf EU-Ebene eingeführt wurde.
C&A hat seine Prozesse bereits an die sich weiterentwickelnden regulatorischen Anforderungen und Testmethoden angepasst; unsere eigenen Prüfergebnisse bestätigen die Konformität. Die nachgewiesenen PFAS-Substanzen stellen kein Sicherheitsrisiko für Verbraucherinnen und Verbraucher dar.
C&A verfügt über robuste Prozesse im Chemikalienmanagement und in der Produktprüfung und arbeitet eng mit seinen Lieferanten sowie externen Expertinnen und Experten zusammen, um die vollständige Einhaltung aller relevanten EU-Vorschriften sicherzustellen. Unsere Prüf- und Kontrollverfahren werden kontinuierlich im Einklang mit wissenschaftlichem Fortschritt und regulatorischen Entwicklungen weiterentwickelt.
Aktuelles Statement (Auszug) von C&A zum Jacken-Skandal:
"C&A nimmt die Einhaltung chemischer Vorschriften sehr ernst. Alle genannten Produkte wurden ursprünglich von externen Prüflaboren getestet. Die entsprechenden Prüfberichte bestätigen, dass die Produkte sämtlichen geltenden gesetzlichen Anforderungen vollständig entsprechen. Die nachgewiesenen PFAS-Substanzen stellen kein Sicherheitsrisiko für Verbraucherinnen und Verbraucher dar."
PFAS - auch "Ewigkeitschemikalien" genannt - sind in der EU teils bereits verboten oder streng reguliert. Sie kommen in vielen Textilien vor und sind extrem langlebig. Laut Greenpeace stammt rund ein Drittel aller PFAS in der Umwelt aus der Bekleidungsindustrie.
Die Forderung der Umweltschützer ist klar: Rückruf sofort, lückenlose Aufklärung, Geld zurück - auch ohne Kassabon. Und langfristig: ein endgültiges PFAS-Verbot in der Textilproduktion.