Seen und Flüsse schwinden

„Zeitalter des Wasser-Bankrotts“ – Reserven gehen aus

Die UNO warnt vor einer globalen Wasserpleite: Süßwasserreserven schrumpfen weltweit - viele Schäden sind laut Forschern bereits unumkehrbar.
Bernd Watzka
21.01.2026, 10:19
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Erst war von Wasserkrise die Rede - jetzt ist es ein echter Bankrott: Ein neuer UNO-Bericht schlägt Alarm und spricht vom Beginn eines "Zeitalters des globalen Wasser-Bankrotts". Der Begriff Wasserknappheit sei längst zu harmlos, warnen die Autoren: Vielerorts seien Flüsse, Seen und Grundwasserreserven so weit übernutzt, dass die Schäden nicht mehr rückgängig zu machen seien.

Vier Milliarden Menschen betroffen

"Viele wichtige Wassersysteme sind bereits bankrott", so Hauptautor Kaveh Madani von der UN-Universität in Kanada. Zwei Milliarden Menschen leben laut Bericht bereits auf absinkendem Boden, vier Milliarden sind einen Monat im Jahr von schwerem Wassermangel betroffen. In drei Milliarden Fällen schrumpfen die verfügbaren Vorräte dauerhaft oder gelten als instabil.

Landwirtschaft in großer Gefahr

Vor allem die Landwirtschaft ist betroffen: Millionen Bauern kämpfen mit schwindenden, verschmutzten oder völlig ausgetrockneten Quellen. Ohne rasche Umstellung auf wassersparende Methoden droht eine Eskalation. Auch der globale Handel ist gefährdet - über Wasser und Nahrung sind die Märkte weltweit eng miteinander verknüpft.

Seen und Flüsse verlieren Volumen

Seit den 1990er-Jahren hat mehr als die Hälfte der großen Seen an Volumen verloren. 70 Prozent der Grundwasserspeicher zeigen rückläufige Tendenzen, 100 Millionen Hektar Anbauflächen gelten als versalzen. Selbst Flüsse wie der Colorado, Euphrat oder Gelber Fluss erreichen zeitweise nicht mehr das Meer.

Besonders betroffen: Nordafrika, der Nahe Osten, Südasien und Teile der USA. Doch die UNO warnt: Selbst wasserreiche Regionen wie Europa sind über Lieferketten und Märkte in die globale Wasserkrise verstrickt.

Experten fordern "Neuanfang"

"Der Bankrott ist kein Ende, sondern ein Neuanfang", sagt Madani. Wichtig sei ein ehrlicher Umgang mit der Lage: Weg vom Krisen- und hin zum Insolvenzmanagement. Gletscher ließen sich nicht zurückholen - aber der Verlust weiterer Reserven könne gestoppt werden. Vor allem die Politik müsse mutiger handeln, Wasserverschwendung und Umweltzerstörung entschlossener bekämpfen.

Der aktuelle Wasser-Report erschien im Vorfeld der UN-Wasserkonferenz 2026 im Dezember in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE).

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