Massive Überschwemmungen

Unwetteralarm – Hochwasser in beliebter Urlaubsregion

Starke Regenfälle sorgen für Überschwemmungen, gesperrte Straßen und geschlossene Schulen - in DIESEM Urlaubsland herrscht Alarmstufe Orange.
Bernd Watzka
20.01.2026, 10:58
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Sintflutartige Regenfälle haben am Wochenende in der Touristenregion Südfrankreich für Chaos gesorgt. Der Wetterdienst Meteo France rief für drei Departements und Korsika die zweithöchste Warnstufe Orange aus. Vor allem auf der Mittelmeerinsel werden Überschwemmungen und ein rasanter Anstieg der Pegelstände befürchtet.

Dutzende Straßen unpassierbar, Schulen zu

In der Küstenstadt Narbonne mussten Bewohner zweier Stadtteile die Nacht auf Montag in Notunterkünften verbringen. Inzwischen konnten sie zurück in ihre Häuser, doch 42 Straßen bleiben unpassierbar. In 109 Gemeinden bleiben die Schulen auch am Dienstag zu.

72 Rettungsaktionen rund um Perpignan

In der Region rund um Perpignan standen zahlreiche Straßen unter Wasser, es bildeten sich kilometerlange Staus. Die Einsatzkräfte rückten zu bisher 72 Rettungsaktionen aus - ein Mensch wurde bei einem wetterbedingten Unfall schwer verletzt.

Pegelstände normalisieren sich

Trotz aller Schäden bringt das Unwetter auch einen Lichtblick: Im von Dürre geplagten Departement Pyrénées-Orientales wurden viele Wasserrestriktionen aufgehoben. Laut Behörden haben sich Pegelstände normalisiert und die Grundwasserreserven deutlich erholt.

Frankreich in der Klimakrise

Die aktuellen Überschwemmungen in Südfrankreich lassen sich in mehreren Punkten mit der Klimakrise in Verbindung bringen:

1
Mehr Extremwetter durch Erderhitzung
Durch die insgesamt steigenden Temperaturen kann die Atmosphäre mehr Wasserdampf aufnehmen – rund 7 Prozent mehr pro Grad Erwärmung. Das führt dazu, dass sich Regenfälle intensiver entladen können. Statt gleichmäßigem Niederschlag kommt es häufiger zu Starkregen, der in kurzer Zeit große Mengen Wasser bringt und damit Überschwemmungen auslöst.
2
Trockene Böden können kein Wasser aufnehmen
Viele Regionen in Südfrankreich leiden unter chronischem Wassermangel. Die Böden sind oft ausgetrocknet und hart, wodurch sie plötzlich auftretende Regenmassen nicht aufnehmen können. Das Wasser fließt oberirdisch ab – Sturzfluten sind die Folge.
3
Veränderte Wetterlagen
Die globale Erderwärmung beeinflusst auch die großräumige Luftzirkulation. Wetterlagen bleiben oft länger bestehen. Wenn sich ein Tiefdruckgebiet mit Regen "festsetzt", regnet es über Stunden oder Tage in derselben Region – was die Gefahr von Überschwemmungen massiv erhöht.
4
Meerestemperaturen steigen
Gerade rund ums Mittelmeer haben sich die Wassertemperaturen in den vergangenen Jahren stark erhöht. Warme Meere liefern mehr Feuchtigkeit für Unwetter – besonders gefährlich bei sogenannten "medicanes" (Mittelmeer-Hurrikans), die in Zukunft häufiger auftreten werden, warnen Forscher.

Überschwemmungen liegen im "Trend"

Fazit: Die Überschwemmungen in Südfrankreich sind kein isoliertes Ereignis, sondern Teil eines Trends. Extremwetter nimmt weltweit zu - auch in Europa. Forschende warnen seit Jahren, dass genau solche Ereignisse mit der fortschreitenden Klimakrise häufiger und heftiger werden.

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