Erneuerbare Energien boomen - doch der weltweite Energie-Hunger wächst schneller. Seit der Einigung auf das Pariser Klimaabkommen 2015 hat sich die Stromproduktion aus Wind und Sonne massiv gesteigert, laut einer neuen Analyse auf rund 3.550 Terawattstunden (TWh) jährlich. Trotzdem stieg der CO2-Ausstoß im Energiesektor seither um 1,8 Gigatonnen.
Grund für den Anstieg: Der globale Strombedarf wuchs im gleichen Zeitraum um satte 6.930 TWh - deutlich mehr, als Wind und Sonne liefern konnten. Fossile Energieträger bleiben daher weiterhin fixer Bestandteil der Stromerzeugung.
Einer der größten Stromfresser ist die künstliche Intelligenz: Datenzentren, die KI-Anwendungen ermöglichen, verschlangen 2024 bereits 415 TWh - 1,5 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs. Laut Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) könnte sich dieser Wert bis 2030 mehr als verdoppeln.
Auch der Trend zu mehr Klimaanlagen, wuchtigen E-SUVs und wachsendem Luxus-Konsum treibt den Verbrauch in die Höhe. So lag der Strombedarf der E-Mobilität 2024 bereits bei 180 TWh - Tendenz steigend.
Doch es gibt auch Hoffnung: Die EU hat ihren Energieverbrauch seit 2008 um rund zehn Prozent gesenkt - und gleichzeitig ihre Wirtschaftsleistung um 24 Prozent gesteigert. Möglich wurde das durch massiven Ausbau von Wind- und Solarenergie, der fossile Quellen ersetzt und den CO2-Ausstoß um 600 Megatonnen reduziert hat.
Schlusspunkt: Global ist der Stromhunger kaum zu bremsen - doch Europa zeigt, dass Klimaschutz und Wachstum kein Widerspruch sein müssen.