Tauziehen um Koralm-Schatz

"Weißes Gold" – Australier wollen unser Lithium

Die unendliche Geschichte um den geplanten Lithium-Bergbau in Kärnten geht weiter. Die australischen Schatzsucher kämpfen vor Gericht um das Projekt.
Bernd Watzka
21.01.2026, 06:01
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Der geplante Lithium-Abbau auf der Koralpe verzögert sich erneut. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht den Bescheid des Landes Kärnten aufgehoben hat, wonach für das Lithium-Abbauprojekt auf der Koralpe keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich sei, legte das Unternehmen "ECM Lithium AT", Tochter der australischen Critical Metals Corp., nun Rechtsmittel gegen diese Entscheidung ein.

Abbau von 130.000 Tonnen Lithium geplant

Die begehrten Schürfrechte für den Abbau liegen seit 2011 bei den Australiern. Der Plan: Auf der Koralpe bei Wolfsberg wollen die Aussies aus zwölf Millionen Tonnen Gestein knapp 130.000 Tonnen reines Lithium gewinnen - das Leichtmetall ist ein weltweit gefragter Rohstoff für Akkus und E-Mobilität.

Lithium-Weiterverarbeitung in Saudi-Arabien

Neben den Umweltschutzbedenken gibt es aus österreichischer Sicht ein weiteres Ärgernis: Statt einer Wertschöpfung vor Ort sollte die Weiterverarbeitung des Lithiums nämlich in Saudi-Arabien erfolgen. Begründung: zu hohe Energiekosten in Europa.

UVP "zwingend erforderlich"

Für UVP-Experten Wolfgang Rehm ist gegenüber "Heute" klar: "Für ein Vorhaben, von dem erhebliche Umweltauswirkungen zu erwarten sind und wo mit gefährlichen Chemikalien hantiert werden soll, ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung zwingend erforderlich."

Ein Milliardenschatz von bis zu 13 Megatonnen Lithium lockt auf der Koralpe. Dringend gebraucht wird das kostbare Leichtmetall vor allem für Akkus (Handys, Laptops, E-Autos), aber auch in der Medizin, der Glasproduktion und sogar in der Raumfahrt. Lithium gilt daher als "weißes Gold".

Protest aus der Steiermark

Der Bergstollen zum Abbau des Lithiums liegt auf 1.500 Meter Seehöhe und grenzt an das idyllische steirische Naturschutzgebiet Seekar-Bärental. "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Projekt Auswirkungen aufs Grundwasser auf steirischer Seite haben wird", bestätigte Umweltanwältin Ute Pöllinger bereits im Vorjahr auf "Heute"-Anfrage.

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