Ausnahmezustand bei Eiseskälte

3.200 km lange Sturmfront – Millionen Menschen bedroht

Ein Mega-Sturm mit Eis, Schnee und Extremfrost bis zu -46 Grad wälzt sich quer durch die USA. Von Texas bis New York sind Millionen Leute betroffen.
Bernd Watzka
22.01.2026, 14:45
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Die USA stehen vor einem eisigen Albtraum: Wintersturm "Fern" bringt diese Woche arktische Kälte, Schneemassen und Stromausfälle. Mehr als 175 Millionen Menschen geraten unter Druck - quer durchs Land.

Sturm von Texas bis New York

Der Sturm zieht sich über 3.219 Kilometer - von Texas bis an die Ostküste. Schon jetzt sprechen Wetterdienste von einem der gefährlichsten Wintereinbrüche seit Jahren. Besonders betroffen sind die Staaten Virginia, Maryland, New York - aber auch der Süden rüstet sich für das Schlimmste.

Ausnahmezustand ausgerufen

In Texas wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Die Nationalgarde und Straßendienste stehen bereit. Ein Gemisch aus Schnee, Eisregen und Glatteis könnte den Verkehr lahmlegen. In manchen Regionen fehlt sogar das Salz: "Wir haben mehr verbraucht als in vier Jahren", so David Leach von der Straßenbaubehörde des Monroe County (Michigan).

Temperaturen bis zu -46 Grad

Im Nordosten warnen Meteorologen vor über 30 Zentimetern Neuschnee. In New York fiel die Temperatur mit Windchill bereits auf -17 Grad. Der Wetterdienst spricht von "lähmendem Eis" und Temperaturen bis zu -46 Grad in den nördlichen Plains.

Eiseskälte über zwei Drittel der USA

Bis ins Wochenende soll sich die Eiseskälte über zwei Drittel der USA legen - mit Windböen, Eisregen und stundenlangen Schneefällen. Reisen könnten unmöglich werden, Stromausfälle sind wahrscheinlich. Die "Schneezone" reicht über 2.400 Kilometer - und macht Millionen Amerikanern das Leben zur frostigen Hölle.

Klimawandel und eisige Winterstürme

Der Klimawandel kann Winterstürme auf mehreren Wegen verstärken - auch wenn das auf den ersten Blick paradox klingt. Denn: Die Erderwärmung sorgt für mehr Energie im Wettersystem - und das kann auch extreme Winterstürme wahrscheinlicher und intensiver machen. Hier die wichtigsten Zusammenhänge:

1
Mehr Feuchtigkeit in der Luft
Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen. Dieser zusätzliche Wasserdampf ist "Treibstoff" für Stürme – auch im Winter. Wenn kalte Luftmassen auf diese feuchte Luft treffen, kann es heftige Schneefälle geben.
2
Instabile Wetterlagen
Der Temperaturunterschied zwischen Arktis und gemäßigten Breiten treibt den Jetstream an. Weil sich die Arktis schneller erwärmt als der Rest der Welt, wird der Jetstream schwächer und wellenförmiger. Das führt dazu, dass kalte Luft aus dem Norden leichter weit nach Süden vordringen kann – mit Frost und Schnee auch in Regionen, wo das früher selten war.
3
Stärkere Kontraste
Der Klimawandel führt zu starken Gegensätzen: Während es in manchen Regionen wärmer wird, sorgt das Aufeinandertreffen mit kalten Luftmassen für heftigere Winterstürme. Diese Wetterextreme nehmen durch den Klimawandel zu.
4
Langsamere Wetterbewegungen
Ein schwächerer Jetstream bedeutet auch: Wetterlagen bleiben länger an einem Ort. Ein Wintersturm, der früher rasch durchgezogen wäre, kann nun tagelang über einer Region verharren – mit mehr Schnee, Eis und Kälte.

Von Außenwelt abgeschnitten

In den vergangenen Jahren wurden ländliche Gebiete im Nordosten immer wieder vollständig von der Außenwelt abgeschnitten, da die Schneepflüge Mühe hatten, die Straßen freizuräumen. Tendenz der Sturm-Intensität: steigend.

{title && {title} } bw, {title && {title} } Akt. 22.01.2026, 15:28, 22.01.2026, 14:45
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