"Noch in diesem Jahr"

Arbeitszeit-Revolution! 8-Stunden-Tag vor dem Aus

Österreich-Nachbar Deutschland stellt den Arbeitsalltag auf den Kopf: Künftig soll eine wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit möglich sein.
André Wilding
28.01.2026, 09:46
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Was bisher fast heilig war, könnte bald Geschichte sein: Der klassische Acht-Stunden-Tag wackelt. Die deutsche Bundesregierung will laut ihrer neuen Tourismusstrategie künftig "die Möglichkeit einer wöchentlichen anstatt einer täglichen Höchstarbeitszeit schaffen". Das entsprechende Papier soll laut "BILD" am Mittwoch im Bundeskabinett beschlossen werden.

Ziel sei eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So könnten etwa Eltern längere Arbeitsphasen einlegen – und sich danach mehr freie Zeit am Stück nehmen. Aktuell erlaubt das Arbeitszeitgesetz nur acht Stunden pro Tag, in Ausnahmefällen zehn – solange im Schnitt über sechs Monate acht Stunden eingehalten werden, berichtet die Boulevardzeitung.

"Millionen Arbeitnehmer profitieren"

Gerade im Tourismus und Gastgewerbe mit seinen unregelmäßigen Dienstzeiten würde diese Änderung für spürbare Erleichterung sorgen. Das neue Gesetz soll aber für alle Branchen gelten.

"Davon werden nicht nur mittelständische Unternehmen profitieren, sondern auch Millionen Arbeitnehmer in Deutschland", sagt CDU-Politiker Christoph Ploß, Tourismus-Koordinator der Regierung, gegenüber der BILD und kündigt einen Beschluss über die Flexibilisierung der Arbeitszeiten "noch in diesem Jahr" an.

Auch wer mehr arbeitet, soll belohnt werden: Geplant sind steuerfreie Überstundenzuschläge sowie steuerliche Vorteile für einmalige Prämien bei Teilzeit-Ausweitungen.

Neben mehr Flexibilität verspricht die Strategie auch Einsparungen: Die Beiträge zum Reisesicherungsfonds sollen sinken, was sich auf Urlaubspreise auswirken könnte. Praxis-Checks sollen zudem überflüssige Vorgaben in Betrieben aufdecken – besonders kleine Firmen klagen über massive Bürokratie.

Urlaub darf nicht "unerschwinglich" werden

Ploß betont in der BILD: "Für uns ist wichtig, dass für die hart arbeitenden Menschen in Deutschland der Urlaub nicht unerschwinglich wird." Gleichzeitig soll mit Investitionen in Infrastruktur – von Autobahnen über Radwege bis zu Häfen – der Tourismusstandort gestärkt werden.

Sören Hartmann, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, lobt in der deutschen Boulevardzeitung jedenfalls den Kurs: "Das ist ein wichtiges Signal für die Branche in aktuell nicht immer einfachem Fahrwasser."

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