Sie landen im Eintopf, im Salat oder als klassische Beilage auf dem Teller: Fisolen zählen zu den beliebtesten Gemüsesorten. Umso größer ist die Überraschung, dass sie vom Botanischen Sondergarten Wandsbek in Hamburg zur Giftpflanze des Jahres 2026 gekürt wurden.
Der Titel wird jedes Jahr vergeben, um auf pflanzliche Giftstoffe aufmerksam zu machen und Vergiftungen vorzubeugen. Die Wahl ist dabei bewusst provokant. Statt exotischer oder allgemein bekannter Giftpflanzen stehen gezielt Pflanzen im Fokus, die als völlig ungefährlich gelten. Die Initiatoren wollen zeigen: Auch scheinbar harmlose Lebensmittel können Risiken bergen, wenn sie falsch zubereitet werden. Gerade im Trend zu Rohkost, schnellen Pfannengerichten oder neuen Kochmethoden sei dieses Wissen wichtig.
Zunächst die gute Nachricht: Richtig zubereitete Gartenbohnen – wie sie eigentlich heißen – sind völlig unbedenklich. Sie sind reich an Eiweiß, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Sie gelten als wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.
Die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) zählt zu den Hülsenfrüchten und hat ihren Ursprung in Mittel- und Südamerika. Inzwischen wird sie rund um den Globus kultiviert und ist vor allem als Busch- oder Stangenbohne bekannt. Botanisch ist sie eine einjährige Nutzpflanze, bei der sowohl die grünen, noch unreifen Hülsen als auch die getrockneten Samen verzehrt werden. Aufgrund ihres hohen Eiweißgehalts ist die Bohne besonders in der vegetarischen und veganen Ernährung von Bedeutung.
Problematisch wird die Gartenbohne nur im rohen Zustand oder wenn sie nicht ausreichend erhitzt wurde. Rohe Bohnen enthalten natürliche Giftstoffe, sogenannte Lectine, insbesondere das Phasin. Dieser Stoff kann die Darmschleimhaut reizen und zu Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Bauchkrämpfen führen bis hin zu Krampfanfällen und Schock.
"Bereits wenn Sie nur wenige rohe Bohnen verzehren, kann das zu Beschwerden führen. Je nachdem, wie viel Sie gegessen haben, äußern sich Symptome wie leichte Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu blutigen Durchfällen, Fieber, Krampfanfällen und Schockzustände", warnt die deutsche Verbraucherzentrale. In der Regel treten die Beschwerden wenige Stunden nach dem Verzehr auf und klingen wieder ab.
Die Giftstoffe sind nicht hitzestabil. Durch ausreichendes Kochen werden sie zuverlässig zerstört. Daher gilt es, ein paar Dinge bei der Zubereitung zu beachten:
Phasin steckt nicht nur in der Gartenbohne, sondern findet sich auch in vielen anderen Bohnenarten derselben Gattung. Besonders bekannt sind rote Kidneybohnen, die wegen ihres hohen Phasingehalts beim Rohverzehr als besonders riskant gelten. Aber auch weiße Bohnen, schwarze Bohnen und Wachtelbohnen enthalten im rohen Zustand Phasin.
Erbsen hingegen enthalten nur sehr geringe Mengen und gelten daher als deutlich unproblematischer.