Paradeiser sind gescheiter als gedacht: Bestimmte Tomatensorten können benachbarte Pflanzen mit einem Duftstoff vor gefährlichen Viren warnen. Wie Forscher der Uni Neuenburg in einer Studie zeigen, lösen befallene Pflanzen einen echten Alarmduft aus - und helfen damit sogar beim Anlocken von Nützlingen.
Im Fokus der Untersuchung stehen sogenannte Begomoviren - gefährliche Pflanzenviren, die von Weißen Fliegen übertragen werden. Wird eine Paradeiser-Pflanze von diesen Insekten befallen, stößt sie einen flüchtigen Stoff namens Beta-Caryophyllen aus. Dieser dient als Signal an die Umgebung: Achtung, Gefahr im Anflug!
Nehmen Nachbarpflanzen diesen warnenden Duft wahr, reagieren sie mit einer Abwehrreaktion. Sie produzieren spezielle Moleküle, die sie gegen die Viren immun machen. Und nicht nur das: Sie senden selbst Duftstoffe aus - darunter Methylsalicylat und Beta-Myrcen. Diese wiederum ziehen natürliche Feinde der Weißen Fliege an, etwa Wespen, die die Schädlinge gezielt bekämpfen.
Ein pflanzlicher Abwehrplan mit Teamgeist - aber: Nicht alle Tomatensorten beherrschen diesen Trick. Laut Studienleiter Ted Turlings könnten jedoch gezielte Züchtungen helfen, virusresistentere Paradeiser zu entwickeln. Fakt ist: Der Paradeiser riecht den Braten - und ruft gleich Verstärkung. Ein echter Bio-Bodyguard im Gemüsegarten.