Angriffs-Serie in Australien

Haie – „Fatale Kombination“ führt zu tödlichen Attacken

In Sydney kam es zu mehreren Hai-Angriffen, ein Zwölfjähriger starb. Forscher warnen jetzt vor einer "fatalen Kombination" aus Klimakrise und Wetter.
Bernd Watzka
27.01.2026, 11:55
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Der Strand hieß "Shark Beach", das Drama spielte sich am 18. Jänner ab: Ein Bub (12) wurde in Sydney von einem Hai angegriffen und an beiden Beinen schwer verletzt. Freunde retteten ihn aus dem Wasser, doch die Wunden waren zu schwer - Tage später starb der Bub im Spital. Die Eltern zeigten sich in einer Mitteilung tief erschüttert: "Unsere Herzen sind gebrochen."

Vier Angriffe in kürzester Zeit

Innerhalb kürzester Zeit erschütterten damit gleich vier Hai-Angriffe den australischen Bundesstaat New South Wales. Ein Mann wurde am beliebten Manly Beach schwer verletzt, ein Elfjähriger entkam nur knapp - sein Surfbrett wurde vom Hai zerfetzt. Auch in Point Plomer und Dee Why Beach schlugen Haie zu, die Strände wurden daraufhin gesperrt.

Haie lieben warmes Wasser

Laut Experten ist es kein Zufall, dass die Angriffe zunehmen. Eine "fatale Kombination" aus Klimawandel, steigenden Wassertemperaturen und Starkregen begünstige die Attacken, sagen Forscher. Besonders Bullenhaie fühlen sich bei warmem, trübem Wasser wohl - Bedingungen, wie sie derzeit an der Küste rund um Sydney herrschen.

Köderfische werden angelockt

"Die Haie lieben Flussmündungen und brackiges Wasser", erklärt Haiforscherin Rebecca Olive von der RMIT University. Durch heftige Regenfälle werde Süßwasser mitsamt Abwasser und Nährstoffen ins Meer gespült - das locke Köderfische und in der Folge auch gefährliche Haie an.

"Wir sind im Weg, nicht auf der Speisekarte"

Der bekannte Haiforscher Chris Pepin-Neff gibt dennoch teilweise Entwarnung: Haie attackieren Menschen nicht gezielt. "Wir sind im Weg, nicht auf der Speisekarte", sagt er. Im Schnitt kommt es in Australien zu rund 20 Hai-Zwischenfällen pro Jahr, knapp drei davon enden tödlich. Wissenschaftler empfehlen: Nach Regen lieber nicht baden - und geschützte Schwimmbereiche nutzen.

Mehr Hai-Attacken wegen globaler Erderwärmung

1
Steigende Wassertemperaturen
Durch die globale Erwärmung heizen sich die Meere auf – das beeinflusst das Verhalten vieler Haiarten. Einige Arten, darunter auch Bullenhaie, halten sich dadurch länger in Küstennähe auf, weil das Wasser dort wärmer und angenehmer bleibt. Das erhöht das Risiko für Begegnungen mit Menschen.
2
Veränderte Wander- und Jagdmuster
Haie folgen ihren Beutetieren – und diese wandern mit den sich verändernden Temperaturen. In der Folge tauchen Haie vermehrt in Regionen auf, wo sie früher selten waren. Das kann auch Touristenstrände betreffen.
3
Mehr Regen, mehr Abwasser
Der Klimawandel bringt auch heftigere Regenfälle mit sich. Diese spülen vermehrt Süßwasser, Abwasser und Nährstoffe ins Meer. Das lockt Köderfische an – und mit ihnen Raubfische wie Haie. Besonders Bullenhaie fühlen sich in diesem brackigen Wasser wohl.
4
Längere Badesaison, mehr Menschen im Wasser
Durch wärmeres Wetter halten sich Menschen öfter und länger am Wasser auf – das steigert die Wahrscheinlichkeit von Zwischenfällen. Laut Forschern gibt es nicht unbedingt mehr aggressive Haie, aber mehr Gelegenheiten für Begegnungen.

Der weltweite Klimawandel schafft Bedingungen, die Haie näher an Küsten und Menschen bringen - und damit steigt auch das Risiko für Attacken. Die Tiere, übrigens selbst von der Klimakrise bedroht, sind nicht gefährlicher geworden - wir begegnen ihnen einfach öfter. Insgesamt lässt sich der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Hai-Attacken laut Experten auf vier Faktoren zurückführen:

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