Die Welt steht vor neuen Hitzewellen - und alle schauen zu. Vor allem in Ländern wie Brasilien, Nigeria oder Indonesien drohen bald existenzielle Hitzeschocks: Millionen Menschen leben dort ohne Klimaanlage, viele in Blechhütten oder schlecht isolierten Häusern.
Laut einer aktuellen Studie der Uni Oxford wird der Bedarf an Schutz vor extremer Hitze "drastisch" steigen - und das weltweit, also auch bei uns in Europa.
Die Wissenschafter analysierten verschiedene Szenarien der globalen Erwärmung. Ihr Befund: Steigt die Temperatur im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um zwei Grad, wird sich die Zahl der Menschen, die unter gefährlicher Hitze leiden, bis 2050 fast verdoppeln - auf 3,8 Milliarden.
Besonders dramatisch sei die Lage in den Tropen: In Ländern wie Nigeria, Laos oder dem Südsudan werde es laut Studie deutlich mehr Tage geben, an denen Ventilatoren oder Klimageräte überlebenswichtig sind. Der globale Energiebedarf für Kühlung werde explodieren - vorrangig in Ländern mit instabilen Stromnetzen.
Aber auch Europa, Kanada oder Russland sind betroffen. In vielen Regionen gebe es kaum Schutz vor Überhitzung: Häuser sind nicht isoliert, Busse und Züge oft nicht klimatisiert. "Auch reiche Länder können sich nicht zurücklehnen", warnt Umweltwissenschafter Jesús Lizana. "Sie sind gefährlich schlecht vorbereitet."
Laut den Forschern ist Hitze der Klimakiller Nummer eins - tödlicher als Überschwemmungen, Stürme oder Kälte.