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Kaffee wirkt bei Rauchern anders – das ist der Grund

Nikotin beeinflusst den Koffeinabbau im Körper. Deshalb wirkt Kaffee bei Rauchern kürzer – und sie brauchen mehr davon.
Heute Life
09.02.2026, 12:25
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Zigarette in der einen Hand, Kaffeehäferl in der anderen Hand – dieses Bild ist kein Klischee, sondern lässt sich auch wissenschaftlich erklären. Denn Raucher trinken im Schnitt deutlich mehr Kaffee als Nichtraucher. Dahinter steckt eine Mischung aus biologischen Effekten, Gewohnheiten und psychologischen Mechanismen, wie eine Studie zeigt.

Nikotin verändert den Koffeinabbau

Ein zentraler Grund liegt im Stoffwechsel. Nikotin regt bestimmte Leberenzyme an, die Koffein schneller abbauen. Das bedeutet: Bei Rauchern wirkt Kaffee kürzer und schwächer. Um denselben Wachmach-Effekt zu spüren wie Nichtraucher, greifen sie häufiger zur nächsten Tasse. Wer raucht, braucht also schlicht mehr Koffein, um denselben Effekt zu erzielen.

Verstärkender Effekt im Gehirn

Nikotin und Koffein wirken beide auf das zentrale Nervensystem. Zusammen können sie die Ausschüttung von Dopamin verstärken – jenem Botenstoff, der für Belohnung und Motivation zuständig ist. Diese Kombination fühlt sich für viele Raucher besonders angenehm an. Kaffee und Zigarette verstärken sich subjektiv gegenseitig, was den gleichzeitigen Konsum attraktiver macht.

Gewohnheit und Ritual

Kaffee und Rauchen sind für viele fest miteinander verknüpft – etwa morgens nach dem Aufstehen, in der Arbeitspause oder nach dem Essen. Diese Rituale entstehen oft früh und werden über Jahre automatisiert. Der Griff zur Zigarette löst den Wunsch nach Kaffee aus – und umgekehrt. Das Verhalten wird damit weniger bewusst gesteuert als vielmehr "abgespielt".

Ausgleich für Müdigkeit und Entzug

Nikotin wirkt zwar kurzfristig anregend, führt langfristig aber zu Schlafstörungen und innerer Unruhe. Viele Raucher fühlen sich tagsüber müder und versuchen, dieses Defizit mit Kaffee auszugleichen. Zusätzlich kann Koffein milde Entzugserscheinungen zwischen zwei Zigaretten dämpfen und die Konzentration kurzfristig verbessern.

Warum Ex-Raucher oft weniger Kaffee trinken

Interessant ist: Viele Menschen berichten, dass sie nach dem Rauchstopp plötzlich weniger Lust auf Kaffee haben. Ohne Nikotin verlangsamt sich der Koffeinabbau, Kaffee wirkt stärker – und die alte Verknüpfung zwischen Zigarette und Kaffeetasse verliert an Bedeutung. Manche empfinden Kaffee dann sogar als zu stark oder unangenehm.

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