Jetzt wird’s auch in Villach bunt – und politisch: Am Samstag, dem 4. Juli, gibt es erstmals eine Regenbogenparade in der Draustadt. Offiziell ist die Pride eine angemeldete Demonstration. Organisiert wird das Ganze vom Verein "Villacher Pride", der erst im Oktober 2025 gegründet wurde.
"Wir haben uns gefragt, warum es in Villach noch keine Parade gibt und haben entschieden eine zu organisieren", sagt Franziska Müller (19), Obfrau des Vereins. Die Anmeldung ist bereits erfolgt, bestätigt auch Polizeisprecher Matthias Kogelnig.
Für Müller ist die Pride mehr als ein Straßenfest. "Vor allem in einer Zeit, in der Hass und Unverständnis so weit verbreitet sind, ist es mir wichtig, mich für die Rechte von Minderheiten und für Demokratie einzusetzen", sagt sie.
Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, warnt Müller zudem davor, Rechte als selbstverständlich zu sehen. In anderen Ländern würden Minderheitenrechte wieder eingeschränkt – deshalb sei Sichtbarkeit so wichtig.
Treffpunkt ist der Rathausplatz, dort stimmen Emely Miles und "Momo’s Marrow" musikalisch auf den Tag ein. Danach zieht der Demonstrationszug über den Hauptplatz, die Draubrücke zum Hauptbahnhof und wieder zurück in die Innenstadt – weiter durch Lederer- und Ringmauergasse bis zum Hans-Gasser-Platz.
Dort wartet das Pride Village mit Abschlusskundgebung sowie Informations- und Verkaufsständen – unter anderem vom Checkpoint Kärnten und weiteren Initiativen und Vereinen. Am Abend folgt eine Feier im Kulturhofkeller.
Mit Vorurteilen räumt Müller ebenfalls auf: "Es geht nicht darum, halbnackt durch die Stadt zu tanzen, sondern jede Art von Mensch, den Zusammenhalt und die Vielfalt zu feiern." Der Verein arbeitet aktuell an den Details und sucht weiterhin Sponsoren sowie freiwillige Helfer.
Rückenwind kommt auch aus der Politik. Vizebürgermeisterin Gerda Sandriesser (SPÖ) begrüßt das Engagement: "Villach lebt das ganze Jahr über Vielfalt, Toleranz und ist natürlich grenzenlos und lebensfroh." Gerade bei jungen Menschen sei es wichtig, dass sie Themen selbst einbringen: "… und ermutige sie, diese auch umzusetzen."
Auch die Grünen äußern sich positiv. Karin Herkner: "Wenn Menschen in Villach für Akzeptanz, Vielfalt und Respekt auf die Straße gehen, dann ist das ein Gewinn für die ganze Stadt". Benjamin Rammel ergänzt: "Vielfalt ist keine Provokation, sondern Realität. Villach steht für Offenheit, alle Menschen sollen sich hier sicher und frei fühlen können.