Am oberösterreichischen Arbeitsmarkt zeigt sich im Jänner ein gemischtes Bild. Insgesamt waren 49.069 Menschen beim AMS vorgemerkt. Das sind rund 18.600 Personen weniger als im Jänner des Vorjahres und entspricht einem leichten Rückgang von 0,4 Prozent. Damit ist Oberösterreich erneut das einzige Bundesland, in dem die Arbeitslosigkeit leicht gesunken ist.
Österreichweit geht der Trend allerdings klar nach oben. Ende Jänner waren 456.192 Menschen arbeitslos oder in einer Schulung des AMS. Das sind um 2,4 Prozent beziehungsweise 10.679 Personen mehr als vor einem Jahr. Bereits im Dezember hatte es im Jahresvergleich ein Plus von 2 Prozent gegeben.
In Oberösterreich entwickeln sich vor allem die Produktion und die Arbeitskräfteüberlassung positiv. In der Produktion sank die Arbeitslosigkeit um 9,8 Prozent, in der Arbeitskräfteüberlassung um 7,6 Prozent, erklärt Markus Litzlbauer, stellvertretender Landesgeschäftsführer des AMS OÖ. Gleichzeitig steigt jedoch die Zahl der Arbeitslosen im Handel weiter an. Dort waren im Jänner um 5,8 Prozent mehr Menschen ohne Job als im Vorjahr. Auch in den Branchen Bau, Verkehr und Gastronomie gab es leichte Anstiege.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Frauen. Während die Zahl der arbeitslosen Männer um 2 Prozent gesunken ist, stieg die Arbeitslosigkeit bei Frauen um 2,4 Prozent. Laut Litzlbauer macht sich bei Frauen über 60 Jahren zudem die schrittweise Erhöhung des Pensionsantrittsalters bemerkbar.
Scharfe Kritik an dieser Entwicklung kommt von NEOS-Landessprecher und Klubobmann Felix Eypeltauer. Er sagt wörtlich: "Während in Oberösterreich die Arbeitslosigkeit bei Männern sinkt, ist sie im Jänner bei Frauen um 2,4 Prozent gestiegen. Gleichzeitig nimmt die Teilzeitquote bei Müttern weiter zu. Das zeigt deutlich: Viele Frauen wollen arbeiten, können aber nicht".
Er wirft der schwarz-blauen Landesregierung "Retropolitik" vor. Weil Gemeinden kein Geld hätten, würden viele Kindergärten zu früh schließen. "Es fehlt es an leistbarer Ganztagesbetreuung. Das belastet Familien, kostet Kindern Bildungschancen und schadet dem Standort. Die Landesregierung muss endlich liefern – nicht länger nur versprechen."
Neben der Frauenarbeitslosigkeit bereitet auch die Langzeitarbeitslosigkeit Sorgen. Wer länger als zwölf Monate keinen Job findet, gilt als langzeitarbeitslos. Diese Gruppe wuchs im Jänner um massive 22,3 Prozent. Besonders betroffen sind ältere Menschen. Bei den Über-60-Jährigen stieg die Arbeitslosigkeit um 9,7 Prozent. Positiv fällt hingegen die Entwicklung bei Jugendlichen auf: Bei den Unter-19-Jährigen sank die Arbeitslosigkeit um 14,3 Prozent.
Gleichzeitig wird der Arbeitsmarkt enger. Die Zahl der offenen Stellen ging um 6 Prozent zurück. Noch deutlicher ist der Rückgang bei den sofort verfügbaren Lehrstellen mit minus 22,9 Prozent. Dem gegenüber steht ein Anstieg von 19,2 Prozent bei jenen, die ab sofort eine Lehrstelle suchen. Insgesamt waren im Jänner 2026 rund 675.000 Menschen in Oberösterreich beschäftigt, minimal weniger als vor einem Jahr.