Tatort war Penthouse

Makler-Mord: Schon seit Wochen werden Videos gesichtet

Drei Wochen nach dem Mord an einem Linzer Immobilienmakler fehlt jede Spur. Die Auswertung von Überwachungsvideos zieht sich weiter hin.
Oberösterreich Heute
05.02.2026, 19:08
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Der brutale Mord an einem 49-jährigen Immobilienmakler in der Linzer Harrachstraße: Auch drei Wochen nach der Tat fehlt noch immer eine konkrete Spur zum Täter oder zu möglichen Auftraggebern. Klar ist inzwischen aber: Diese Tat war wohl kein Zufall.

Rückblick: Am Montag, dem 19. Jänner, machte der Bruder des Opfers die schreckliche Entdeckung. Er fand den Mann tot im Badezimmer seiner Wohnung. Der Körper war übersät mit Hämatomen, Arme und Beine mit dickem Klebeband gefesselt. Die Obduktion ergab ein schweres Schädel-Hirn-Trauma durch massive stumpfe Gewalt. Der Tod dürfte bereits in der Nacht von 17. auf 18. Jänner eingetreten sein.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Einbruchsspuren fanden die Ermittler keine. Für die Polizei ist daher klar: Das Opfer muss seinen oder seine späteren Peiniger selbst in die Wohnung gelassen haben. Aufgrund der Tatortsituation und der Spurenlage geht die Kripo von einer außergewöhnlich sorgfältig geplanten Tat aus. Intern ist von einem hochprofessionellen Vorgehen die Rede – ein Mord wie aus einem Mafia-Film.

Besonders brisant: In der Wohnung stießen die Ermittler noch während der Spurensicherung auf große Mengen illegaler Drogen. Laut Polizei handelt es sich um Suchtmittel in einem Ausmaß, das mit Eigenkonsum nicht vereinbar ist. Zudem soll das Opfer Verbindungen sowohl ins Drogen- als auch ins Rotlichtmilieu gehabt haben. Ob der Mord Teil eines größeren Konflikts im kriminellen Umfeld war, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

"Kann man nicht in zehnfacher Geschwindigkeit anschauen"

Eine wichtige Rolle spielt auch der Zeitablauf vor der Tat. Gegen 22 Uhr am Freitagabend, dem 17. Jänner, soll dem Opfer noch eine Pizza geliefert worden sein. Ob der Lieferant verdächtige Wahrnehmungen gemacht hat, wird derzeit geprüft. Die Polizei hält sich dazu bedeckt, um mögliche Täter nicht zu warnen.

Große Hoffnungen setzen die Ermittler weiterhin auf die Auswertung von Überwachungsvideos aus der Umgebung. Dabei handelt es sich um Aufnahmen von Geschäften und Kameras in angrenzenden Straßenzügen. Warum das so lange dauert? "Man kann sich das nicht in zehnfacher Geschwindigkeit anschauen, sonst übersieht man vielleicht etwas.", so ein Polizeisprecher zu "Heute".

Zurückhaltung übt die Polizei auch bei Details aus ermittlungstaktischen Gründen. Öffentlich bekannte Informationen könnten Tätern helfen, sich der Verfolgung zu entziehen. Zudem wolle man Spekulationen vermeiden und Rücksicht auf die Familie des Opfers nehmen, heißt es.

Gedenklichter im Stiegenhaus nach dem Mord in Linz.
TEAM FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMMAYR

"Außergewöhnliche Maßnahmen"

Dass es sich um einen außergewöhnlichen Fall handelt, bestätigte zuletzt auch Landespolizeidirektor Andreas Pilsl in einer Aussendung. Er sprach der Familie sein Beileid aus und betonte, dass dieser Mord "außergewöhnliche Maßnahmen" erfordere. Deshalb wurde eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet, die sich ausschließlich mit dem Fall beschäftigt.

In der Nachbarschaft herrschen Trauer und Fassungslosigkeit. Im Stiegenhaus des Mehrparteienhauses wurden Kerzen für das Opfer aufgestellt. Ausgerechnet die Hündin des Mannes hatte den Mord indirekt ans Licht gebracht: Die Beagle-Dame irrte am Montagvormittag allein durchs Haus – ein Nachbar alarmierte daraufhin den Bruder.

{title && {title} } red, {title && {title} } 05.02.2026, 19:08
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