Schon seit 1948 findet das umkämpfte Event regelmäßig statt, es hatte bereits vor 1938 seine Vorläufer. Auf der offiziellen Website wird es umfassend beworben: "Dieser Traditionsball ist die Jahresveranstaltung der in Oberösterreich lebenden Mitglieder von nationalen waffenstudentischen Verbindungen, ihrer Angehörigen und Freunde", heißt es vollmundig.
Und weiter: Seither zähle das farbenfrohe Bild der Veranstaltung im Palais Kaufmännischer Verein zu den gesellschaftlichen Ereignissen des Linzer Faschings. Das werde auch dadurch unterstrichen, dass die Spitzen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik es sich nicht nehmen lassen, an der Balleröffnung teilzunehmen.
So hat nach wie vor der Landeshauptmann trotz harscher Kritik den Ehrenschutz des Balls über. Nicht zu vergessen: Die ÖVP unter dem amtierenden Landeschef Thomas Stelzer befindet sich in einer Koalition mit den Freiheitlichen. Diese wiederum tummeln sich in großer Zahl auf dem berüchtigten Tanzreigen.
Von anderer Seite gibt es hingegen keine Unterstützung mehr: Hochrangige Vertreter der Linzer Johannes Kepler Universität, größte Hochschule des Bundeslandes, nehmen schon seit Jahren nicht mehr teil.
Der Gegenwind ist auch heuer groß: Für Samstag lädt das Bündnis "Linz gegen Rechts" einmal mehr zur Protestkundgebung. Treffpunkt ist um 17.30 Uhr beim Ars Electronica Center. Dann zieht der Tross über die Landstraße zum Palais.
Die Demonstranten betonen: Das Event stehe "exemplarisch für die Normalisierung von Rassismus, Deutschnationalismus, Antisemitismus, Sexismus und autoritärem Gedankengut". Die deutschnationalen Burschenschaften seien "ideologisches und personelles Bindeglied zwischen parlamentarischem und außerparlamentarischem Rechtsextremismus".