Festnahme bei Räumung

Protestcamp: Cobra holt Aktivisten aus Hängematte

Protest-Aus im Linzer Bergschlößlpark: Das Camp gegen den Westring (A26) wurde am Donnerstag unter großem Polizeiaufgebot geräumt.
Oberösterreich Heute
05.02.2026, 15:50
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Jetzt ist Schluss: Am Donnerstag wurde das Protestcamp im Linzer Bergschlößlpark unter großem Polizeiaufgebot geräumt. Die Aktivisten, die dort seit 19. November gegen die Rodungen und den Bau des Westrings (A26) demonstrierten, packten zusammen und gingen – friedlich, aber aufgebracht. Kurz danach war das Areal dicht: Die Polizei sperrte den Bereich ab.

Schon am Vormittag war der Druck hoch. Laut den Aktivisten war ein hochrangiger Polizeivertreter persönlich ins Camp gekommen und stellte ein Ultimatum bis 12 Uhr. Der Satz, der hängen blieb: "Ich würde Sie freiwillig ersuchen, diesen Platz zu räumen. Sonst wird es so kommen, dass wir das Ganze auflösen müssen."

Eine Festnahme

Zu einer Eskalation kam es im Endeffekt nicht, wie Polizeisprecher Michael Babl gegenüber "Heute" erklärt: "Grundsätzlich war es friedlich." Eine Festnahme habe es aber gegeben: "Ein Demonstrant war auf einer Hängematte in einem Baum und wollte nicht gehen."

Auch seine Identität habe der Mann nicht preisgeben wollen. Weil sich der Mann in rund vier Meter Höhe befand, rückte die Cobra an, um ihn herunterzuholen. "Er wurde vorübergehend festgenommen", so Babl.

Als Begründung für die Räumung wurde laut den Aktivisten ein "Bausperrenbeginn ab jetzt" genannt. Genau das sorgt für Ärger – trotz mehrfacher Forderung habe es nämlich keinen schriftlichen Bescheid und keine Unterlagen gegeben.

"Höchst fragwürdig"

Sprecher Lenard Zipko findet klare Worte: "Dass eine Räumung in dieser Form – ohne Vorlage von Dokumenten und innerhalb einer Frist von nur wenigen Stunden – durchgeführt wird, ist höchst fragwürdig." Man sei gegangen, um eine Eskalation zu verhindern – akzeptieren wolle man den Vorgang aber nicht.

Seit 12 Uhr ist der betroffene Bereich polizeilich abgeriegelt. Die Aktivisten wollen jetzt juristisch prüfen lassen, ob der Einsatz rechtmäßig war und was hinter der plötzlich verkündeten "Bausperre" steckt – und kündigen an: Der Protest gegen die Verbauung des Grüngürtels geht weiter.

Das sagt die Stadt dazu

Unterdessen schaltete sich auch das offizielle Linz ein: Man habe in den vergangenen Wochen mehrfach versucht, eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen, heißt es von der Stadt. Sie verweist auf ein Gutachten zum Schutz des Baumbestandes und eine Begleitung durch einen externen Sachverständigen.

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