Es ist ein Fall, der auch Tage später ganz Österreich bewegt: In einer Dachgeschoßwohnung in der Linzer Harrachstraße wurde am Montag gegen 13 Uhr ein 49-jähriger Immobilienmakler vom eigenen Bruder tot aufgefunden – gefesselt, in der Badewanne, mit massiven Verletzungen am Körper. Die Polizei geht von Mord aus.
Die Tat dürfte bereits Samstagabend passiert sein. Der Mann hatte um 21.18 Uhr zwei Pizzas bestellt und diese kurz vor 22 Uhr im Erdgeschoß entgegengenommen. Danach verliert sich seine Spur – bis sein Bruder ihn zwei Tage später tot in der Wohnung fand.
Sollte jemand am vergangenen Wochenende in der Harrachstraße in Linz etwas Ungewöhnliches wahrgenommen haben, bittet die Polizei darum, sich mit dem Landeskriminalamt Oberösterreich unter 059133 403333 in Verbindung zu setzen. Derartige Hinweise können auch bei jeder Polizeiinspektion abgegeben werden. Diese können auch anonym abgegeben werden.
Ein Einbruch wird ausgeschlossen, der Wohnungsschlüssel ist spurlos verschwunden. Die Kripo sicherte stundenlang Spuren, packte sogar Essensreste in Müllsäcke. Auch am Dienstag wurde erneut nach Hinweisen gesucht.
Am vergangenen Montag wurde in Linz die Leiche eines 49-Jährigen vom eigenen Bruder entdeckt. Die Leiche war gefesselt und wies zahlreiche Verletzungen auf. Die Polizei ermittelt auf Hochtouren.
Und jetzt kommt erstmals etwas Bewegung in den Fall: "Es sind die ersten Hinweise eingegangen. Diese werden jetzt von den Spezialisten beim Landeskriminalamt bearbeitet", bestätigt eine Sprecherin am Donnerstag gegenüber "Heute". Worum es dabei genau geht, könne man aber "aus ermittlungstaktischen Gründen" derzeit (noch) nicht sagen.
Gleichzeitig werden weiter unzählige Stunden an Überwachungsvideos aus der Umgebung sowie von Linzer Autobahnauffahrten ausgewertet. Zeugen werden befragt – bisher fehlte aber eine heiße Spur.
Das Opfer war in der Gegend bekannt, galt als freundlich, kunstaffin. Auf Social Media zeigte er sich oft mit seiner Beagle-Hündin Lilly, die während der Tat in der Wohnung war. Sie blieb unverletzt und ist nun bei den Eltern des Opfers.
Viele Linzer trauern. "Er war immer freundlich, immer nett", erinnert sich Klaus Gassner von der nahen Vinothek. Auch Hotelier Michael Nell, der den Makler regelmäßig im "Schwarzen Bären" traf, ist erschüttert: "Er war sehr sympathisch".