"Halb so viele Raucher"

Tschick wieder teurer – das sagt Lungenfacharzt dazu

Zigaretten sind seit Montag teurer – ab 2. Februar folgt die nächste Welle. Ein Experte erklärt im "Heute"-Gespräch, ob das wirklich etwas bringt.
Oberösterreich Heute
22.01.2026, 04:00
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Seit wenigen Tagen sind Zigaretten in Österreich deutlich teurer: Zehn bis 40 Cent mehr kostet jetzt je nach Marke ein Packerl. Und das ist erst der Anfang – im Februar folgt schon die nächste Teuerungswelle. Aber bringt das wirklich weniger Raucher? Bernd Lamprecht, Leiter der Lungenheilkunde am Linzer Kepler Klinikum, sagt im "Heute"-Gespräch ganz klar: Ja, höhere Preise verändern das Verhalten messbar – sind aber kein Wundermittel.

Experte rechnet vor: Preis rauf – Konsum runter

"Wir wissen aus früheren Preiserhöhungen und Untersuchungen, dass höhere Zigarettenpreise das Verhalten beeinflussen." Konkret lasse sich der Effekt sogar grob beziffern: Bei einer zehnprozentigen Steigerung könne man demnach damit rechnen, dass es zu einem Konsumrückgang von rund fünf Prozent kommt.

So zeige sich zum Beispiel in Ländern wie Norwegen, Großbritannien oder Australien (dort kosten Zigaretten gut doppelt so viel wie in Österreich – rund 15 Euro) deutlich, dass auch die Zahl der Raucher dementsprechend niedrig ist: "In Österreich liegt die Quote bei etwas mehr als 20 Prozent, in diesen Ländern rauchen nur halb so viele", erklärt Lamprecht.

Starke Wirkung vor allem bei Jugendlichen

Besonders stark sei der Hebel bei Jugendlichen. Der Grund liege im Geldbörsel: "Durch begrenzt verfügbares Geld können sie vom Einstieg abgehalten werden." Heißt: Wer weniger Budget hat, überlegt sich eher zweimal, ob aus dem Probieren ein regelmäßiges Rauchen wird.

Gleichzeitig müsse man bei jungen Menschen auch Ausweichstrategien wie Vapes und Snus im Blick behalten, damit der Druck bei Zigaretten nicht einfach zu einem Wechsel auf andere Nikotinprodukte führt.

"Eingefleischter Raucher wird nicht aufhören"

Aber auch bei Langzeitrauchern könne der Preisanstieg etwas auslösen: Versuche aufzuhören würden dadurch gefördert und der Konsum zumindest eingeschränkt. Lamprecht sagt ganz klar: "Ein eingefleischter Raucher wird wegen solchen moderaten Erhöhungen wahrscheinlich nicht aufhören." Häufig gehe es aber zunächst auch nur darum, "den Konsum einzuschränken – das wird im Einzelfall erreicht."

Trotzdem betont der Experte, dass es in der Praxis selten nur am Preis hängt: "Meistens ist es ein Mix aus Maßnahmen, der eine Rolle spielt." Erhöhungen allein seien kein Wundermittel, "das muss begleitet werden". Als Beispiel nennt er Großbritannien, wo Entwöhnung stärker unterstützt werde: "Nikotinersatztherapien werden dort von der Sozialversicherung übernommen – das hat sicher auch einen Effekt."

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