Ein Linzer Immobilienmakler wurde in der Nacht auf Sonntag in seiner eigenen Wohnung grausam ermordet – gefesselt, misshandelt, erschlagen. Noch am Abend davor bestellte der 49-Jährige laut "Kronen Zeitung" zwei Pizzen. Für wen war die zweite?
Am Dienstag zeigt sich die Harrachstraße von ihrer kalten Seite. Sonnenstrahlen brechen durch die Häuserschluchten, doch vor dem Wohnhaus, in dem die Leiche entdeckt wurde, liegt eine bedrückende Stille. Der ältere Bruder fand das Opfer am Montag gegen 13 Uhr tot in der Badewanne seiner Dachgeschoßwohnung – Hände und Füße gefesselt, der Körper übersät mit Blutergüssen.
Die Obduktion ergab: Der Mann starb an einem Schädel-Hirn-Trauma – verursacht durch massive stumpfe Gewalt gegen den Kopf. Wer ihm das angetan hat, ist weiter unklar. Die Polizei hält sich bedeckt, über Verdächtige ist bislang nichts bekannt.
Der 49-Jährige galt als bekannter Name in der Linzer Gesellschaft, entstammte einer wohlhabenden Familie, arbeitete früher bei einer großen Bank, zuletzt als Immobilienentwickler. In den letzten Jahren soll er sich jedoch verändert haben.
"Er hat sich mit seltsamen Typen umgeben, die ihn auch zu Hause aufsuchten", erzählt ein Bekannter der "Krone". Ein Nachbar berichtet von einer Beziehung zu einer blonden Rumänin, die von lautstarken Streitereien geprägt gewesen sei. Auch sein Aussehen habe sich gewandelt – lange Haare, Bart.
Im Video: Mord-Alarm in der Harrachstraße in Linz
Am Samstagabend – kurz vor seinem Tod – bestellte der Makler noch zwei Pizzen. Um 21.18 Uhr ging die Bestellung in einem Linzer Lokal ein. Die Betreiber erinnern sich in der "Krone" genau: "Er wollte – so wie immer – eine Schinken-Salami-Pizza mit Extra-Käse." Gegen 22 Uhr nahm er die Lieferung persönlich entgegen.
"Er war immer großzügig mit Trinkgeld, lieb und freundlich", sagen die Gastronomen. Ob der Pizzabote die letzte Person war, die das Opfer lebend sah – unklar. Die Ermittlungen der Polizei laufen jedenfalls auf Hochtouren.