Haltestellen als Fitness-Plätze! Potocnik schwebt zunächst ein Pilotprojekt vor, wie er im "Heute"-Gespräch skizziert. Fünf der 394 Haltestellen im Netz der Linz AG sollen mit Reck, Sprossenwand und anderen platzsparenden Geräten samt Anleitung ausgestattet werden.
Die Kosten würden sich in Grenzen halten. "Wir rechnen mit 3.000 bis 5.000 Euro pro Gerät. Bei insgesamt sechs oder sieben Geräten kommen wir da auf rund 30.000 Euro", so Potocnik. Am Donnerstag will er einen Antrag im Gemeinderat einbringen. "Linz soll eine Stadt sein, in der Gesundheit für alle zugänglich, sichtbar und erlebbar ist."
Potocnik rechnet vor: Wenn 107 Millionen Fahrgäste im Schnitt nur 3 Minuten pro Fahrt warten, ergeben sich 321.000.000 Minuten oder 5.350.000 Stunden 222.916 Tage oder 7.430 Monate oder 619 Jahre Wartezeit. Bei 2 Minuten durchschnittlicher Wartezeit seien das 412 Jahre. "Das sind ‚gewaltige“ Zeitspannen, die nicht nur einfach beeindrucken, sondern auch gut nutzbar wären."
"Stellen Sie sich vor, bei jeder Haltestelle ist ein kleines Fitnessgerät, z.B. eine Reckstange, ein Poster mit Anweisungen für kleine Körperübungen oder eine Sprossenwand um kurz die Bauchmuskeln zu trainieren", so Lorenz Potocnik zu seiner Idee, hunderttausende kurze Wartezeiten in Linz für kleine Fitnessübungen zu nutzen.
"Das Wartehäuschen und die Wartebereiche sind ja schon da - anstatt aufs Handy zu schauen wären die paar Minuten Wartezeit perfekt für eine spielerisch-sportliche Fitnessübung. Das macht Spaß und wäre gut für die Gesundheit unserer Bevölkerung".
Zuständig ist Michael Raml (FPÖ). Aus seinem Büro hat "Heute" erfahren, dass es vorerst keine Zustimmung geben wird. Grund: "Es gibt bereits ein ähnliches Projekt mit Geräten in Parks, das bald ausläuft. Das muss man zuerst evaluieren", heißt es aus seinem Büro.
Auch Verkehrsreferent Vbgm. Martin Hajart (ÖVP) kann Potocniks Vorstoß auf "Heute"-Anfrage nur wenig abgewinnen. Was ihm vorschwebt: Fitnessparks in Wohngebieten. "Ideale Standorte wären die zahlreichen Innenhöfe der so genannten Hitlerbauten.“ Dann wäre neben den Spielplätzen für die Kleinen ein Bewegungsangebot für alle Altersgruppen vorhanden."