Ein harmlos gemeinter Winterausflug endete für drei junge Deutsche in Oberösterreich mit einem ordentlichen Schrecken – und wohl auch mit einer saftigen Rechnung.
Die 18- bis 21-jährigen Bergsteiger gerieten am Samstagabend am Traunstein in alpine Notlage und lösten damit einen größeren Einsatz der Bergrettung aus.
Die Gruppe war auf dem 1.691 Meter hohen Berg unterwegs, hatte ihre Tour aber offenbar nicht ausreichend geplant. Beim Abstieg über den teilweise vereisten Hernlersteig wurden die jungen Männer von der Dunkelheit überrascht. Auf rund 1.500 Metern Höhe ging plötzlich nichts mehr: weder vor noch zurück. In ihrer Not setzten sie einen Notruf an die Bergrettung Gmunden ab.
Unverzüglich machten sich 15 Bergretter auf den Weg. Der Einsatz gestaltete sich schwierig, denn wegen der Dunkelheit war kein Hubschrauber einsetzbar. Die Helfer stiegen zu Fuß auf – doch kurz vor dem Einsatzort kam die überraschende Wendung.
Während die Retter noch im Aufstieg waren, hatte sich die Situation bereits entschärft: Die drei Deutschen waren eigenständig umgekehrt und zum Traunsteinhaus gelangt. Das Gasthaus ist im Winter zwar geschlossen, verfügt aber über einen jederzeit zugänglichen Notraum für Bergsteiger. Da keine Hilfe mehr nötig war, wurde der Einsatz abgebrochen.
Ganz ohne Folgen bleibt der Vorfall allerdings nicht. Ein Sprecher der Bergrettung Gmunden erklärte gegenüber t-online, die jungen Männer seien nicht ausreichend ausgerüstet gewesen. "Der Traunstein ist im Winter nur etwas für Profis", stellte er klar. Den Deutschen hätten unter anderem Steigeisen gefehlt. Auch bei der Planung habe es gehapert: "Eine vernünftige Tourenplanung gehört dazu. Seinen Verstand sollte man nutzen", so der Bergretter deutlich.
Finanziell wird der Ausflug ebenfalls schmerzen. Eine Stunde Bergrettung kostet 490 Euro, der Einsatz dauerte rund vier Stunden. Damit beläuft sich die Rechnung auf 1.960 Euro. Ärger bei den Einsatzkräften? Fehlanzeige. "Wir nehmen das gelassen hin, sonst wären wir keine Bergretter", sagte der Sprecher abschließend.