Schwere Lawinenunglücke haben am Samstag den Pongau erschüttert. Bei zwei Abgängen im hochalpinen Gelände kamen insgesamt fünf Menschen ums Leben, wie der ORF berichtet. Die Bergrettung bestätigte Einsätze im Bereich der Schmugglerscharte sowie am Finsterkopf im Großarltal.
Der Bezirksleiter der Bergrettung Pongau, Gerhard Kremser, zeigte sich gegenüber dem ORF tief betroffen: "Trotz klarer und mehrfacher Warnungen kam es am Samstag erneut zu zahlreichen Lawinenabgängen – leider mit tödlichem Ausgang", erklärte er. "Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen. Diese Tragödie zeigt schmerzhaft, wie ernst die aktuelle Lawinenlage ist."
Der erste Alarm ging gegen 12.30 Uhr bei der Bergrettung Bad Hofgastein ein. Im Bereich der Schmugglerscharte auf rund 2.200 Metern Seehöhe wurde eine Skitourengeherin im freien alpinen Gelände von einer Lawine erfasst und verschüttet. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen konnte ihr Leben nicht mehr gerettet werden.
An dem Einsatz beteiligten sich der Rettungshubschrauber Martin 6, die Hundestaffel der Bergrettung, das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes sowie speziell geschulte Peers der Bergrettung. Den Notruf hatte der Ehemann der verunglückten Frau abgesetzt.
Nur kurze Zeit später, gegen 14 Uhr, kam es im Großarltal zu einem weiteren dramatischen Einsatz. Am Finsterkopf auf etwa 2.152 Metern Seehöhe löste sich im freien alpinen Gelände eine Lawine, die eine siebenköpfige Gruppe von Tourengehern erfasste.
Mehrere Ortsstellen der Bergrettung – darunter Großarl, Bad Hofgastein, Bad Gastein, Dorfgastein, Hüttschlag und Großarl – rückten aus. Vier Menschen konnten nur noch tot geborgen werden. Eine Person erlitt schwere Verletzungen, eine weitere wurde leicht verletzt, eine blieb unverletzt.
Im Großeinsatz standen unter anderem vier Rettungshubschrauber, Lawinensuchhunde der Bergrettung und des Roten Kreuzes, sechs Mitglieder des Kriseninterventionsteams, die Alpinpolizei sowie Notfallsanitäter des Roten Kreuzes.
Im Verlauf des Samstags wurden im Pongau noch weitere Lawinen durch Wintersportler ausgelöst. In Hüttschlag am Plattenkogel sowie in Großarl am Frauenkogel kam es zu Abgängen, bei denen glücklicherweise keine Personen zu Schaden kamen.
Insgesamt waren laut Bergrettung rund 90 Bergretterinnen und Bergretter sowie sechs Hundeführer im Einsatz.