Nur 4 Betreuer in ganzem Haus

Gekündigt, gegangen! Hunderte Eltern bangen um Hort

Rund 125 Salzburger Kinder könnten nach den Semesterferien keinen Betreuungsplatz mehr haben. Ihre Tagesbetreuung kämpft mit Personalmangel.
16.01.2026, 12:17
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Die Eltern von 125 Kindern sind verzweifelt: Für viele ist unklar, wer nach den Semesterferien auf ihren Nachwuchs aufpassen soll. Der aktuellen Betreuungsstätte, der "Insel Salzburg", stehen schwierige Zeiten bevor. Seit Sommer 2025 hat die Insel für 6-15-Jährige ganze neun Mitarbeiter verloren – eine Katastrophe für alle Beteiligten.

Leitung streitet Probleme ab

"Wir wissen alle nicht, ob wir noch unseren Jobs nachgehen können, falls weitere Pädagoginnen gehen, oder ob wir die Kinder daheim betreuen müssen.", klagt Veronika Habich, Mutter von zwei Kindern (7 und 9), im Gespräch mit "Heute". Seit Monaten kämpfen die Eltern der Kinder mit Ungewissheit: Wie lange wird die Kindertagesbetreuung noch weitergeführt? Vier Betreuende sind derzeit für 125 Kinder verantwortlich, manche davon mit Inklusionsbedarf.

Seitens der Leitung gebe es kaum Informationen zum weiteren Verbleib, es werde bloß beteuert: "Es gibt kein Personalproblem." Für Habich steht fest: "Derzeit ist der Betreuungsschlüssel mehr als bedenklich, wir als Eltern haben sogar überlegt, einzuspringen." Hausaufgaben müssen im Speisesaal gemacht werden, während andere Kinder Mittag essen – um die Kinder auf zwei Räume aufzuteilen, fehlt es an Personal.

Kinder verlieren Bezugspersonen

Auch für die Kids ist die Situation laut deren Eltern eine riesige Belastung. "Die Bezugspersonen meiner Kinder sind bereits weggefallen", erklärt Habich. Auch die langjährige pädagogische Leiterin sei aus heiterem Himmel gekündigt worden, sie sei von Eltern und Kindern besonders für ihr Engagement geschätzt worden. Obwohl das bestehende Team großartige Arbeit leiste und es diverse pädagogische Konzepte zur Weiterführung des Standortes gebe, komme seitens des zuständigen Vereins "Guter Nachbar" wenig Rückenwind. Es seien zwar Jobs für die fehlenden Stellen ausgeschrieben – ob und wann man jedoch neues Personal finde, sei unklar.

Stadt entzieht Förderungen

Außerdem hat die Stadt Salzburg bereits angekündigt, ab Herbst 2026 die jährliche Subvention in Höhe von rund 180.000 Euro sowie die Investitionsförderung in Höhe von 30.000 Euro zu streichen. Für die Weiterführung sei ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept für die Zukunft der Insel notwendig.

Eigener Elternverein gegründet

Rund um Veronika Habich versammelten sich Ende 2025 neun weitere Eltern – gemeinsam will sich der neue Elternverein koordinieren, Informationen sammeln und helfen, die Insel zu retten. Am 29. Jänner ist ein Treffen geplant, bei dem hoffentlich ein neues Konzept vorgestellt werden wird. Dabei sein sollen: Salzburgs Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ), und Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ).

Insel beruhigt Eltern

"Heute" fragte beim Vorstand des Trägers nach. Er heißt: Der Betrieb solle auch nach den Semesterferien weitergehen. Die offenen Stellen wolle man nachbesetzen, Bewerbungsgespräche würden bereits geführt. Um den derzeitigen Personalmangel zu bewältigen, "arbeiten wir intensiv an der strategischen Neuausrichtung unserer Einrichtung."

{title && {title} } JS,Gul, {title && {title} } Akt. 16.01.2026, 19:54, 16.01.2026, 12:17
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