Eine neue Studie zur Wartezeit bei Facharztterminen deckt auf, wie groß die Kluft zwischen Kassen- und Wahlarzt-System in Österreich ist. Analysiert wurden 3.182 Terminrückmeldungen – mit einem klaren Ergebnis: Während Kassenpatienten oft wochenlang auf einen Arzttermin warten müssen, bekommen Privatversicherte deutlich schneller einen Platz.
Die Untersuchung von krankenversichern.at zeigt: In allen 14 ausgewerteten Fachrichtungen liegt die Wartezeit bei Wahlärzten unter zwei Wochen. Besonders deutlich ist der Unterschied in der Augenheilkunde – 52 Tage warten Patienten bei Kassenärzten im Schnitt, beim Wahlarzt sind es nur 4 Tage. Auch in der Orthopädie (24 vs. 2 Tage) und Radiologie (14 vs. 3 Tage) klaffen die Systeme weit auseinander.
Auch in gynäkologischen oder urologischen Ordinationen müssen Kassenversicherte im Schnitt rund sieben Wochen warten – bei Wahlärzten geht es auch hier schneller, meist unter zwei Wochen.
"Die Daten zeigen eine klare Zweiteilung der Geschwindigkeit. Das bewegt die Menschen: Für 7 von 10 ist die Vermeidung von Wartezeiten heute das Hauptmotiv für eine private Versicherung", so Sebastian Arthofer, COO von krankenversichern.at.
Woran liegt’s? Wahlärzte arbeiten flexibler, betreuen weniger Patienten und haben dadurch mehr Terminspielraum. Zudem entscheiden sich immer mehr Mediziner für die Wahlarztpraxis – sie bietet mehr Freiheiten im Alltag.