Mehrmals abgewiesen

Patientin (54) tot – Klinik hätte sie aufnehmen können

Nach dem tragischen Todesfall einer 54-Jährigen in Rohrbach kommen nun brisante Details ans Licht: Eine andere Klinik hätte die Frau aufnehmen können.
Newsdesk Heute
05.02.2026, 20:10
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Nach dem Tod einer 54-jährigen Patientin im Spital Rohrbach hat eine Expertenkommission nun ihren Bericht vorgelegt. Zentrales Ergebnis: Eine Behandlung im Klinikum Wels-Grieskirchen wäre möglich gewesen – scheiterte jedoch an fehlender "Flexibilität" im Intensivbereich.

Wie "Heute" berichtete, war die Frau Mitte Oktober mit einem Aorteneinriss nach Rohrbach gebracht worden. Aufgrund der lebensbedrohlichen Diagnose hätte sie rasch in eine Spezialklinik überstellt werden müssen. Doch es fand sich kein Spital, das die Patientin rechtzeitig aufnehmen konnte. Die 54-Jährige starb.

Kommission untersuchte Fall

Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) setzte daraufhin im November eine sechsköpfige Kommission ein, um Schwachstellen im Notfallmanagement und in der Kommunikation zwischen den Spitälern zu untersuchen.

Kommissionsleiter Friedrich Pammer, ehemaliger Landesrechnungshofdirektor, betonte zunächst, dass die Patientin aufgrund des raschen Krankheitsverlaufs "prinzipiell keine Überlebenschance gehabt hätte" und sprach von einem Schicksalsschlag.

Mangelnde Kooperation

Dennoch zeigte die Analyse deutliche organisatorische Probleme auf: Im Klinikum Wels-Grieskirchen gebe es historisch bedingt zwei getrennte Intensivbereiche. Ein Festhalten an einer strikten organisatorischen und personellen Trennung sei in Notfällen "nicht sinnvoll".

Laut Bericht hätte es zwar einen OP-Saal samt Team gegeben, doch wegen mangelnder Kooperation zwischen den Intensivbetteneinheiten konnte kein freies Bett bereitgestellt werden.

Haberlander erteilte dem Klinikum noch am Donnerstag den Auftrag, die Standards im intensivmedizinischen Bereich zu überarbeiten.

Zusammenarbeit kritisiert

Auch die Zusammenarbeit der Spitäler wurde kritisiert. Zwar seien die Zuständigkeiten im Regionalstrukturplan geregelt, doch Pammer sagte: Das "wird in Oberösterreich aber nicht gelebt".

Periphere Häuser seien für die Basisversorgung zuständig, Zentrumsspitäler für die Akutversorgung. Im konkreten Fall hätte das Linzer Kepleruniklinikum (KUK), das selbst keine Kapazitäten hatte, die Verlegung in ein anderes Zentrumsspital organisieren müssen, nachdem auch Wels-Grieskirchen abgewunken hatte. Stattdessen versuchte Rohrbach selbst weiter, in mehreren anderen Häusern einen Platz zu finden.

Die Kommission empfiehlt daher die "Ausarbeitung verbindlicher schriftlicher Standards zur Verbesserung einer standort- und trägerübergreifenden Versorgung". Diese sollen laut Haberlander bis Ostern vorliegen.

Zusätzlich brauche es technische Lösungen für einen "sicheren Austausch von Befunden und Krankenakten" zwischen den Spitälern.

Nacht-Hubschrauber in Planung

Auch beim Thema Rettungshubschrauber-Einsätze in der Nacht sei eine Lösung in Arbeit. Am ÖAMTC-Stützpunkt Suben soll ein nachtflugtauglicher Hubschrauber stationiert werden.

Nach dem Fall Rohrbach hatte auch Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) eine Reformgruppe zur "Notfallversorgung" eingerichtet. Ergebnisse liegen bisher noch nicht vor.

{title && {title} } red, {title && {title} } 05.02.2026, 20:10
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