Es hat einen tragischen Auslöser gebracht, doch Land auf, Land ab werden jetzt Prozesse optimiert, um solche Vorfälle in Zukunft möglichst zu vermeiden. Nach der 54-jährigen Rohrbacherin mit Aortaeinriss, die in Oberösterreich nachts nicht mehr behandelt werden konnte und deshalb starb, kamen immer neue Fälle ans Licht. Ein besonders tragischer wurde nun aus Salzburg bekannt.
Dieser spielte sich am 13. Oktober ab, als der betroffene Patient bereits am Besucherparkplatz des Tauernklinikums in Zell am See war. Der betagte und schwerkranke Mann wurde von seiner Gattin zu einem ambulanten Termin gefahren, als sich sein Zustand plötzlich drastisch verschlechterte, berichten die "Salzburger Nachrichten".
Seine Frau eilte daraufhin zum Portier des Spitals und schlug um 7.54 Uhr Alarm: Ihr Mann brauche dringend Hilfe und einen Arzt. Nur: Der kam nicht. Stattdessen rief der Portier um 7.55 Uhr beim Roten Kreuz an und meldete einen Notfall am Parkplatz.
Klingt umständlich, doch genau so sieht es die interne Richtlinie vor, wenn im Umfeld des Krankenhauses Notfälle auftreten. Darüber vergewisserte sich der Portier noch einmal extra bei der diensthabenden Anästhesistin.
Um 8.03 rief das Rote Kreuz an. Um welches Krankenhaus es sich überhaupt handele, wollte man wissen. Unterdessen war die Kollegin des Portiers bereits am Parkplatz, um die erwartete Rettung einzuweisen. Aufgrund des sichtlich verschlechterten Zustands des Mannes entschieden sich die Portiere dann – entgegen der Richtlinie, die sie befolgen müssten – um 8.07 Uhr einen internen Notfallalarm auszulösen.
Praktisch zeitgleich, um 8.09 Uhr, trafen dann Ärzte aus dem Krankenhaus und das Rote Kreuz ein. Der Patient war bereits tot, die Reanimation wurde nach 40 Minuten im Schockraum abgebrochen.
Die Bezirksstelle des Roten Kreuzes befindet sich laut "SN" übrigens im selben Gebäudekomplex wie das Tauernklinikum. Warum die Rettung 15 Minuten für die wenigen hundert Meter gebraucht hat, konnte auf Anfrage noch nicht erklärt werden.
Silke Göttl, Sprecherin des Klinikums, spricht immerhin von einem sehr bedauerlichen Vorfall und kündigt eine Besprechung im Spital an, bei der solche Abläufe diskutiert werden sollen. Allerdings betont sie auch, dass es sich um eine Standardrichtlinie handelt, die es in jedem Spital gibt.